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Fest und ernsthaft schaute der HuroneSeinem Gaste spähend auf die Stirne,
Der mit tiefem Schnitt den Schinken trennteUnd mit Wollust trank vorn Honigtranke,
Den in einer großen MuschelschaleEr ihm freundlich zu dem Mahle reichte.
Eine Bärenhaut auf weichem MooseWar des Pflanzers gute Lagerstätte,
Und er schlief bis in die hohe Sonne.
Wie der wilden Zone wild’ster Krieger,
Schrecklich stand mit Bogen, Pfeil und KöcherDer Hurone jetzt vor seinem GasteUnd erweckt’ ihn, und der EuropäerGriff bestürzt nach seinem Jagdgewehre;
Und der Wilde gab ihm eine Schale,
Angefüllt mit süßem Morgentranke.
Als er lächelnd seinen Gast gelabet,
Bracht’ er ihn durch manche lange Windung,
Über Stock und Stein, durch Tal und Bäche,
Durch das Dickicht auf die rechte Straße.
Höflich dankte fein der Europäer;
Finster blickend blieb der Wilde stehen,
Sahe starr dem Pflanzer in die Augen,
Sprach mit voller, fester, ernster Stimme:
„Haben wir vielleicht uns schon gesehen?“
Wie vorn Blitz getroffen stand der JägerUnd erkannte nun in seinem WirteJenen Mann, den er vor wenig WochenIn dem Sturmwind aus dem Hause jagte,
Stammelte verwirrt Entschuldigungen.
Ruhig lächelnd sagte der Hurone:
„Seht, ihr fremden, klugen, weißen Leute,
Seht, wir Wilden sind doch beßre Menschen!“Sprach’s und schlug sich seitwärts in die Büsche.
(G. Seume)