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5. „Mit frisch gepflückten Rosen bekrön’ ich mir das Haupt,Des Reiches eh’rne Krone hat mir der Ohm geraubt.
Er ließ mir Tag und Sonne! Mein übrig Gut ist klein!
So will ich mit den Armen als Armer fröhlich sein!“
6. Ein Bettler stürzt ins Zimmer. „Grumell, wo kommst
du her?“
Der Schreckensbleiche stammelt: „Ich lauscht’ von ungefähr,Gebettet an der Hofburg . . . dein Ohm schickt Mörder aus,Nimm meinen braunen Mantel!“ Erzschritt umdröhnt das
Haus.
7. „Drück’ in die Stirn den Hut dir! Er schattet tief!
Geschwind!
Da hast du meinen Stecken! Entspring, geliebtes Kind!“
Die Mörder nahen klirrend. Ein Bettler schleicht davon.
— „Wer bist du? Zeig’ das Antlitz!“ Gehob’ne Dolche droh’n.
8. — „Laß ihn! Es ist Grumello! Ich kenn’ das Loch im Hut!Ich kenn’ den Riß im Ärmel! Wir opfern edler Blut!“
Sie spähen durch die Hallen und suchen Bertarit,
Der unter dunkeim Mantel dem dunkeln Tod entflieht.
9. Er fuhr in fremde Länder und ward darob zum Mann.Er kehrte heim gepanzert. Den Ohm erschlug er dann.Verona nahm er stürmend in rotem Feuerschein.
Am Abend lud der König Veronas Bettler ein.
(K. F. Meyer.)
135. Nis Randers.
1. Krachen und Heulen und berstende Nacht,
Dunkel und Flammen in rasender Jagd —
Ein Schrei durch die Brandung!
2. Und brennt der Himmel, so sieht man’s gut:
Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut;Gleich holt sich’s der Abgrund.