Band 
Fünfter Teil.
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185. Bergsteigen.

. . . Und weiter, über reiche Matten, rauhe Rigen,

Folgten gesprächig sie des Berges luft’gen Stiegen.

Da unversehens bot ein ungeschlachter Stutz

Mit klotz’gem Steingetrümmer ihrem Fortschritt Trutz,

Und statt des fröhlichen Lustwandeins jetzt begannEin mühevolles Klettern durch Gestrüpp und Tann.

Erst ging’s durch Krummholz, Ginster und Wacholderborst,Dann durch den Busch, hernach in einen Fichtenforst,

Und immer schroffer ward die Halde. Oft durchbrachenDen Waldpfad wilde Tobel und zerriß'ne Krachen.

.... Und siehe da, ein schauerlicher Graben,

Ein scheußliches Lawinenbett, ein steinern Meer

Fiel durch den jähen Waldhang schräg vorn Himmel her,

Als hätten böser Geister teuflische Gewalten

Mit Höllenzaubermacht den Berg entzwei gespalten.

Granit und Schiefergneis, der Vorzeit weiße Knochen,

Lag allerorts zu Tag, geschändet und gebrochen.

Gespenst'ge Mispeln hingen übers Tannenbord,

Und der gigantische Leichnam redete von Mord.

(K. Spitteler. Aus «Der Olympische Frühling»:«Auffahrt» der Götter von Hades zum Olymp.)

186. Die Wettertanne.

1. Die Wettertanne fristetSich hin auf steilem Grat,

Sie ist dazu gerüstet,

Daß sie den Sturm empfahl.

2. VonwelchemJoch er brauset,Aus welcher Kluft er bricht:Der Wettertanne grauset

Vor feinem Wüten nicht.

3. Und ob sie auch gebogenMit allen Ästen schwankt,

Sie ist zu hart erzogen,

Als daß im Sturm sie wankt.

4. Wenn alte WaldeswipfelDer Föhn im Tal zerschellt,Ist sie's, die ihren GipfelFrei in die Wolken hält.

(Martin Greif.)