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2. Die Blume blühtUnd fragt nicht, wer sie pflückt.0 sorge, Herz,
Daß gleiches Tun dir glückt.
(Julius Sturm.)
197. Guter Rat.
1. Genieße still zufriedenDen sonnig heitern Tag,
Du weißt nicht, ob hieniedenEin gleicher kommen mag.
2. Es gibt so trübe Zeiten,
Da wird das Herz uns schwer,Da wogt von allen SeitenUm uns ein Nebelmeer.
3. Da wüchse tief im InnernDie Finsternis mit Macht,
Ging’ nicht ein süß ErinnernAls Mondlicht durch die Nacht.
(Julius Sturm.)
198. Die Abendglocken.
1. Einst in kecken Knaben-
jahren
Wollt' ich Männertaten tun,Und es ließ mich nimmer ruh'n,Was von andern ich erfahren,Glänzend noch zu überragen.Hohen Ruhm mir zu erjagen.
2. Ach, wie manche sel'ge
Stunden
Hab' ich damals mir verschafft,
Wenn ich, prüfend meine Kraft,Mich im Glockenturm gefunden.Durfte unter WangenglühenAn den herben Strängen ziehen.
3. Wenn ich in den altenSparren,
In des düstern Turmes NachtWalten ließ des Knaben Macht,Träumt' ich unter solchemKnarren,