Heidentempel entweiht. Voiler Ingrimm zerschmetterte er
die Gotzenbilder und warf sie vor aller Augen in den See.
Drei Jalire weilte er dort und bekehrte viele, erlit-t aber au ch
mannigfacbe Anfechtungen. Zuletzt wurde der „Apostel der
Alamannen“ auch von da vertrieben und ging nacli der Lom-
bardei, wo er ein Kloster gründete und starb. — Einer seiner
Begleiter, der Ire G alla s, war fieberkrank in Arbon zuriick-
613 geblieben. Ivaum genesen, zog er sieh in die Wildnis zurück,
die damais nocli das ganze Bergland zwischen Bodensee
und Thur bedeckte, und haute sicli am Flüfichen Steinach
ein Betliaus und eine Hutte. Hier lebte er mit einigen Ge-
nossen, frommen Übungen hingegeben und weithin als Hei-
liger verehrt. Als er in holiem Al ter starb. wurde er in seinem
Bethaus beigesetzt. Bald hiei> es, seine Grabstatte wirke
Wunder liber Wunder, und sie wurde ein berühmter YVall-
fahrtsort. Seine Zelle blieb fortwahrend von Einsiedlern be-
720 wohnt, bis um 720 ein Alamanne Otrnar an ihrer Stelle
ein eigentliches Kloster erbaute und darin die Regel ein-
fiihrte, welche ein italienischer Abt, Benediktus von
Xursia, fur das monchische Leben aufgestellt hatte. Audi
andere Benediktinerkloster erhoben sich jetzt in der Ost-
schweiz. Von ilinen ans wurden Kirchen und Bethauser im
Lande herum gegrtindet. Sie versahen die Bewobner mit
Geistlichen und streuten in mancherlei Weise die Saatkorner
einer hôhern Gesittung ans. „ Bote und arbeite 11 war der
Grundsatz dieser üeiiiigen Monclie. Cm ihr Leben zu fristen,
verwandelten sie Wildnisse in fruchtbare Geliinde; neben der
Handarbeit pflegten sie auch Künste und Wissenschaften und
gründeten Schulen. — Allen schweizerischen Klôstern gliinzte
830 St. Galien voran. Seit 830, wo ein Neubau des Gottes-
hauses stattfand, bildete es ein formliches Stadtchen von
etwa 40 Eirsten mit Stallungen, Lruchtspeichern. Mülileu,
Backereien, Brauereien und Werkstâtten aller Art, mit Her-
bergen für Arm und Reich, Spitâlern, Kirchen, Bibliotheken,
Schreibsalen und Gebaudeti für den Unterricht. Das Kloster
St. Galien war vom 9. bis 11. Jahrhnndert gleichsam dieJahrli. °