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Schweizergeschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Prof. Dr. Wilhelm Oechsli
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12
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Heidentempel entweiht. Voiler Ingrimm zerschmetterte er

die Gotzenbilder und warf sie vor aller Augen in den See.

Drei Jalire weilte er dort und bekehrte viele, erlit-t aber au ch

mannigfacbe Anfechtungen. Zuletzt wurde derApostel der

Alamannen auch von da vertrieben und ging nacli der Lom-

bardei, wo er ein Kloster gründete und starb. Einer seiner

Begleiter, der Ire G alla s, war fieberkrank in Arbon zuriick-

613 geblieben. Ivaum genesen, zog er sieh in die Wildnis zurück,

die damais nocli das ganze Bergland zwischen Bodensee

und Thur bedeckte, und haute sicli am Flüfichen Steinach

ein Betliaus und eine Hutte. Hier lebte er mit einigen Ge-

nossen, frommen Übungen hingegeben und weithin als Hei-

liger verehrt. Als er in holiem Al ter starb. wurde er in seinem

Bethaus beigesetzt. Bald hiei> es, seine Grabstatte wirke

Wunder liber Wunder, und sie wurde ein berühmter YVall-

fahrtsort. Seine Zelle blieb fortwahrend von Einsiedlern be-

720 wohnt, bis um 720 ein Alamanne Otrnar an ihrer Stelle

ein eigentliches Kloster erbaute und darin die Regel ein-

fiihrte, welche ein italienischer Abt, Benediktus von

Xursia, fur das monchische Leben aufgestellt hatte. Audi

andere Benediktinerkloster erhoben sich jetzt in der Ost-

schweiz. Von ilinen ans wurden Kirchen und Bethauser im

Lande herum gegrtindet. Sie versahen die Bewobner mit

Geistlichen und streuten in mancherlei Weise die Saatkorner

einer hôhern Gesittung ans. Bote und arbeite 11 war der

Grundsatz dieser üeiiiigen Monclie. Cm ihr Leben zu fristen,

verwandelten sie Wildnisse in fruchtbare Geliinde; neben der

Handarbeit pflegten sie auch Künste und Wissenschaften und

gründeten Schulen. Allen schweizerischen Klôstern gliinzte

830 St. Galien voran. Seit 830, wo ein Neubau des Gottes-

hauses stattfand, bildete es ein formliches Stadtchen von

etwa 40 Eirsten mit Stallungen, Lruchtspeichern. Mülileu,

Backereien, Brauereien und Werkstâtten aller Art, mit Her-

bergen für Arm und Reich, Spitâlern, Kirchen, Bibliotheken,

Schreibsalen und Gebaudeti für den Unterricht. Das Kloster

St. Galien war vom 9. bis 11. Jahrhnndert gleichsam dieJahrli. °