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Schweizergeschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Prof. Dr. Wilhelm Oechsli
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B. Die Bildung der schweizerischenEidgenossenschaft.

(XIII. bis Anfang des XVI. Jahrhunderts.)

I. Der Bund der VIII alteii Or te.

(13. und 14. Jahrhundert.)

§ 7. Die Befreiung der Waldstatte. 12311318.

Gesehichte uud Sage.

1. Uri wird reichsfrei (1231). Spâter als diemeisten Teile unseres Landes tauchen die lieblichen Alpen-tâler der Uischweiz in der Geschichte empor. Keine Pfahl-bauten umsâumten die Ufer ihres wildschônen Sees, und auclizur Rômerzeit scbeinen sie nur spârlich bewohnt gewesen zusein. Auch waren sie von allem Verkehr weit abgelegen, dadie schauerlichen Schluehten des obern ReuBtales die Men-schen bis tief ins Mittelalter hinein davon abschreckten, denSt. Gotthard als PaB zu benutzen. Erst nach der Vôlker-wanderung drangen freie und unfreie alamannische An-siedler in dieWaldstâtten vor und lichteten die Wâlder,die noch den grôBten Teil derselben bedeckten. Im 8 . Jahr-hundert wird Uri zum erstenmal erwâhnt. Das Tal gehôrtezum Krongut, und seine Bewohner waren Unfreie, Leibeigene853 des frânkischen Konigs. Da schenkte der Enkel Karls desGroBen, Ludwig der Deutsche, im Jahre 853dasLandchen Uri mit Kirchen, Hausern und sonstigen Gebàuden,mit Eigenen jedes Geschlechtes und Alters, mit gebautem-und unangebautem Lande, mit Wâldern, Wiesen und Weiden,mit Gewassern, Wegen, Ausgângen und Eingangeu, mit allenZinsen und Gefallen der Eraumünsterabtei in Zürich,die er für seine Tochter Hildegard gestiftet hatte. Spâterging ein Teil des Landes in andere Hânde über; aber dergroBte Teil der Bewohner blieben Horige des Fraumünstersin Zürich. Unter dem milden Regimente der Àbtissin erlangten