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Wut des Sees zu entkommen. Aber wie sie durch die hohleGasse geritten kamen, versteckte sich Tell hinter das Ge-büsch, spannte seine Armbrust und erschoB den Yogt. Balderhob sich auch „Stauffachers Gesellschaft“ und brach die„bôsen Türme“. Die „Herren“ flohen aus dem Lande, unddie drei Waldstâtten taten sich zu einem Bund zusammen,der ihnen wohl erschoB.
12. Gilg Tschudi (f 1572). Eutych Kopp (f 1866).— Diese Sagen gingen bald in aile Chroniken über. Ge-schichtsschreiber und Dichter wetteiferten darin, sie zu ver-breiten und zugleich mit allerlei Einzelheiten zu bereichern.Noch wichen aber die verschiedenen Erzahler vielfach von-einander ab. Wâhrend die einen dem vveiBen Bûche folgten,stellten andere den Tell als den Stifter des Bundes, als denersten der drei Eidgenossen hin. Namentlich schwankte manauch in bezug auf die Zeit, in welche diese Ereignisse ge-setzt werden sollten. Bald verlegte man sie unbestimmt indie Zeiten vor oder nach Rudolf von Habsburg, bald be-stimmter in diejenige Albrechts, ehe er Kônig war (1296),bald in diejenige seiner Sohne unmittelbar vor der Schlachtam Morgarten (1814) oder auch nach dieser (1334). Damachte das Ansehen des gelehrten Glarners Gilg (Aegidius)1572 Tschudi (f 1572) diesem Schwanken ein Ende. Er ver-fafite eine „helvetische Chronik“, die aile frühern Schweizer-geschichten weit übertraf, nahm darin die Sage auf und ver-lieh ihr durch seine Ausschmückungen so viel Leben undWahrscheinlichkeit, daB seine Erzahlung aile andern ver-driingte. Er zuerst setzte die Yertreibung der Vôgte undden ewigen Bund in das Jahr 1308, unmittelbar vor die Er-mordung Kônig Albrechts, und stempelte diesen zum finsternTyrannen, in dessen Auftrag die Yôgte ihren bôsen Gelüstendie Zügel hatten schieBen lassen. Zugleich verüocht er seineErzahlung so geschickt mit den ihm bekannten Urkunden,daB sie drei Jahrhunderte lang allgemein als Wahrheit galt.— Wohl wurden allmahlich einige Zweifel gegen die Tellen-geschichte laut, da man die Entdeckung machte, daB ahn-