barte sicli auch hier wieder die heillose Zerrissenlieit undSchwâche, an der die Eidgenossenscbaft seit der Glaubens-spaltung krankte. Kaum batte das von allen Orteil ange-nommene und mit ihrem Siegel bekrâftigte Defensionale einigeJahre in Kraft bestanden, so sagte sich die Landsgenieindevon Schwyz wieder von dem „Ketzerwerk“ los, und ihremBeispiele folgten Uri, Obwalden, Zug, Innerrhoden undkatholisch Glarus. Glücklicherweise liielt die Mehrheit dereidgenôssischen Stânde an der neuen Kriegsordnung fest underfüllte ilire vaterlàndischen Pflichten, so daB die Scliweizwenigstens imstande war, in den endlosen Kriegen, die imZeitalter Ludwigs XIV. rings um ihre Grenzen tobten, diefremden Armeen mit unbedeutenden Ausnahmen vom Betretenihres Bodens abzulialten und ihre vielbeneidete Neutralitatzu behaupten.
3. Neuenburg fallt an den K onig von Preuüen(1707). — Je lioher der Glanz des franzôsischen Monarchenstieg, uni so mifitrauischer überwachten namentlich die refor-mierten Stiidte seine Schritte. Was sollten sie Gutes voneineni Fürsten erwarten, der ihre Glaubensgenossen in Frank-reich aufs grausamste verfolgte, der das mit Zurich und Bernseit alters befreundete und verbündete StraBburg mittenim Frieden wegnahm und hart an der Scliweizergrenze dieFeste Hüningen haute, von der aus Basel in einer lialbenStunde zusammengeschossen werden konnte? Mit Eifersuchtwachten sie darüber, dafi er wenigstens nicht im Bereich derEidgenossenscbaft selber festen FuB fasse, wie es eine Zeitlang den Anscliein batte. Die Grafschaft oder wie man jetztsagte, das Fürstentum Neuenburg war seit dem Mittelaltermit Bern und andern Schweizerstadten durcli ewige Burg-reclite verbunden. Aber im 1 (>. Jahrhundert war es durchErbschaft an das mit den franzôsischen Kônigen verwandteHaus der Herzoge von Longueville gekommen, die sich meistam franzôsischen Hof aufhielten und im Konige ihren Ge-bieter erblickten. Als dies Geschlecht 1707 ausstarb, drolite 1707Neuenburg die Gefalir der volligen Einverleibung in Frank-