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Lânder in Landvogteien der Stâdte abgesehen. So gerietendie Volksmassen in den innern Orten in furchtbare Aufregung.YVâhrend Zürich und Bern im Vertrauen auf den Frieden schonanfingen, ihre Mannscliaft zu entlassen, rottete sich eine ka-tholische Freischar von 4000 Mann zusammen und überfieleinen bernischen Vorposten von 1200 Mann in Si.ns, dernach heldenmütiger Gegenwehr überwâltigt wurde. Zwei Tagespâter griffen 2000 Schwyzer und Zuger die von 500 Mannbesetzten zürcherischen Schanzen bei Hütten an, wurdenaber nach siebenstündigem Kampfe zurückgesclilagen. DerSieg bei Sins hatte indessen eine solche Siegeszuversicht inden Y Orten erweckt, dali sich selbst die Regierungen vonUri und Luzern aus Furcht vor dem Kriegsgeschrei der Priesterund der tobenden Menge zum Bruche des eben geschlossenenFriedens hinreifien liefien. So rückte das gesamte Heer derV Orte, gegen 10,000 Mann stark, durch das Freiamt vorund bereitete sich am Vormittag des 25. Juli 1712 zum An-griff gegen 8 — 9000 Berner, welche hinter VillmergenStellung gefafit hatten. Gegen 1 Uhr entspann sich der Kampfauf dem linken Fiügel der Berner, dem die Heerhaufen derLânder gegenüberstanden. Mit Ungestüin warfen sich dieseauf ihre Gegner. Allein General Sacconay, ein Waadtlânder,eilte dem bedrângten linken Fiügel der Berner mit vier Ba-taillonen vom rechten zu Hülfe. Das bernische Fufivolk, voneinhauenden Dragonern unterstützt, drângte die Feinde mitdem Bajonette zurück und warf sie in die angeschwolleneBünz oder in die nahen Sümpfe, wo sie zu Hunderten denTod fanden. Aber wâlirend sich die siegreiche Heeresabteilungin der Hitze der Verfolgung und über dem Beutemachen auf-loste, sah sich plotzlich der rechte Fiügel der Berner von denwohlgeübten Truppen Luzerns mit Heftigkeit angegriffen. Esschien, als ob die Wut und Todesverachtung der Katholikenden Sieg gewinnen werde. Die zersprengten Scharen der Ur-kantone sammelten sich wieder und kamen den Luzernern zuHülfe. Mehrere hohe Offiziere der Berner ftelen, und Sacconay,der geistige Leiter der Schlacht, muBte, von zwei Ivugeln
25. Juli1712