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23. Jan.1798
verschollenen Lausanner Vertrag von 1564, der angeb-lich die Freiheiten der Waadt gewahrleistet und den Frank-reich gutgeheifien habe, der ihm daher das Recht gebe, gegenBern aufzutreten. Das Direktorium befolgte genau die An-weisungen, die es von Ochs und Laharpe erhielt. Es erklârte,dafi es die Waadtlander vermôge jenes Yertrages gegen Bernin Scliutz nehme, und sammelte ein Heer an der Grenze imLandchen Gex. Zugleich besetzte es als „Rechtsnachfolger“des Bischofs von Basel jetzt auch das St. Immer- undMünstertal, womit es seine Truppen bis über den Juravorgeschoben batte. In einigen Stunden konnten jetzt dieFranzosen vor ' Bern erscheinen. Angesichts der drohendenLage versaimnelte sich auf Berns Gesucii eine Tagsatzungin A a r a u, die letzte der alten Eidgenossenschaft. Aber diesekam über leere Worte nicht hinaus. Die Tagherren glaubtenGrofies vollbracht zu haben, als sie beschlossen, den alten,seit der Reformation nicht mehr geleisteten Bundesschwurzu erneuern. Dann stoben sie auseinander; denn die Kundekam, der Feind stehe schon auf Schweizerboden.
5. Die Franzosen in der Waadt. AllgemeineRévolution (Januar bis Mârz 1798). — Auch das zunachstberdohte Bern bewies keineswegs die Tatkraft früherer Zeiten.Und doch war die Lage der Stadt nicht hoffnungslos. DieBernerbauern lieBen sich in richtigem Gefühle von den Frei-heitsphrasen der Franzosen nicht betoren und wurden bei demGedanken wütend, dafi die fremden Horden den Schweizer-boden betreten sollten. Selbst im Waadtland hielt ein grollerTeil des Landvolkes noch zu Bern. Das Haupt des Staates,der greise Schultheifi Steiger, spornte zu entschlossenemHandeln. Aber die zahlreichen Friedensfreunde im Rate, dieden Krieg durch Nachgeben zu vermeiden meinten, hinter-trieben aile krâftigen MaBregeln. So liefi man es untâtiggeschehen, dafi der Aufruhr in der Waadt immer weiter umsich griff. Endlich, am 23. Januar 1798, gab der franzosischeBefehlshaber an der Grenze den Führern der Revolutions-partei im Waadtland die Weisung zum offenen Abfall. Am