317
aile Kàline und Fahrzeuge, die ilim zur Überschiffung seinesHeeres nach Brunnen hâtten dienen kônnen, in Sicherheit zubringen. Deslialb fülarte Suworoff seine erschopften Truppenmit Reiterei, Geschütz und Gepâck durch das Scliâchentalüber den Kinzigkulm ins Muottatal liinüber, auf Pfaden,die sonst zu dieser Jahreszeit nur der Gemsjâger betritt.
Noch waren aber die Russen nicht am Ende ihrer Mühsale.
Statt auf die Ostreicher Hotzes zu treffen, wie er gehofft,sah sich Suworoff im Muottatal von den Truppen Massénaseingeschlossen, der nach seinem Siégé bei Zurich nach Scliwyzgeeilt war. Mit dem Bajonette bahnten sich die Russen denWeg über den Pragel ins Klôntal liinüber und gelangtennach Glarus. Aber umsonst versuchte Suworoff bei Nâfelsdie feindliche Schlachtlinie zu durchbrechen ; die Franzosenunter Molitor hielten hier mit Hülfe helvetischer Truppenunerschütterlich stand. Da blieb ihm, um nicht gefangen zuwerden, niclits übrig, als sich über Elm nach Graubünden zuretten. Auf fast ungangbaren Wegen erklommen die Russenden PanixerpaB. Hunderte erfroren auf der Hôhe in der OktoberOktobernacht oder stürzten auf dem Glatteis in die Abgründe.
Der grôBte Teil der Lasttiere ging zugrunde ; die letztenGeschütze muBten in die Tiefe geworfen werden. In schreck-lichem Zustande, halb verhungert, zerlumpt, ohne Schuhe undMunition kam die russische Armee in Ilanz an. Bald daraufrief der Zar seinen Feldherrn ans Zorn über die Ostreicher,denen er aile Schuld am Ungliick zusclirieb, nach RuBlandzuriick und nahm am Kriege keinen Teil mehr.
8. Kriegselend. — So blieben die Franzosen Herrender Schweiz. Diese aber lag in einem unbesclireiblichen Elend.
Die Waldstâtten, Glarus, das Vorderrheintal und Oberwalliswaren groBenteils in eine Wüstenei verwandelt und von dendurchziehenden Heeren ganzlicli ausgesogen. Ailes Futterwar aufgezehrt, fast ailes Yieh geschlachtet. Im Oberwalliswaren 7 Stunden weit sogar die Dorfer von der Erde ver-schwunden. Die unglücklichen Bewohner dieser Gegendenstarben vor Hunger; Tausende erschienen in den flachern