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trennt zu werden. Als jedocli die Tagsatzung ein Heer von6000 Mann zum Einmarsch bereitstellte, fügte es sich eben-falls. Auch verwahrten sich trotz des Druckes, der auf demLande lastete, 3600 Bürger mit ihren Unterschriften aufslebhafteste gegen den Gedanken einer Trennung von der Eid-genossenschaft.
6. Flüchtlingsangelegenheiten (1834—38). —DaB trotz des Scheiterns der Bundesreform das National-gefühl seit 1830 einen erfreulichen Aufschwung nahm, zeigtesich in der stets wachsenden Eifersucht, womit das Schweizer-volk seine Ehre und Unabhângigkeit nach au fi en zu wahrenstrebte. Infolge der mifiglückten Revolutionen in Deutsch-land, Italien und Polen hatten wiederum zahlreicheFlüchtlinge in der Schweiz eine Freistâtte gesucht. Dabeibeobachteten diese Fremden keineswegs immer die Rücksichten,die sie dem Lande, das sie beherbergte, schuldig waren. Nichtohne Grand führten die fremden Hôfe bittere Klage darüber,daB die Nachbarstaaten von der Schweiz aus bestândig durchdie Flüchtlinge beunruhigt würden. Im Jahr 1834 sammeltesich sogar auf Antrieb des Italieners Mazzini ein ganzesHeer von bewaffneten Flüchtlingen, vornehmlich Polen, inGenf und Waadt und machte, ohne daB die Behorden dieserKantone es zu hindern vermocht hatten, einen Einfall insSavoyische, um den Konig von Sardinien vom Tbrone zu1834 stürzen. Das tollé Unternehmen scheiterte aufs klâglichste.Aber es bot den Machten Gelegenheit, die Schweiz in derbenNoten des Friedensbruches anzuklagen und ihr mit Zwangs-maBregeln, Verkehrssperren usw. zu drohen. Erst als derVorort Zürich sich beim Konig von Sardinien durch einebesondere Gesandtschaft über das Vorgefallene entschuldigenlieB und die Tagsatzung den BeschluB faflte, Flüchtlinge, diedas ihnen gegünnte Asyl zur Stôrung der Ruhe anderer StaatenmiBbrauchen würden, wegzuweisen, legte sich der Sturm all-mâhlich. An diesem BeschluB lieB sich im Grunde nicht vielaussetzen; aber bald verlangten die Machte von der Schweizformliche Schergendienste gegen die unglücklichen Flücht-