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der Sonderbund 79,000 Mann mit 74 Geschützen entgegenzu-stellen, darunter jedoch über die Halfte bloBer Landsturm, dermit allen müglichen Waffen versehen war. Den Oberbefehlfiihrte der Bündner Oberst Salis-Soglio, ein Reformierter,den seine konservative Gesinnung ins Lager des Sonderbundesgefülirt hatte; doch war er in seinen EntschlieBungen durchden siebenkopfigen Kriegsrat gebemmt, wâhrend die Tag-satzung klugerweise Dufour vôllig selbstandig handeln lieB.
11. Kapitulation von Freiburg (14. November). —
Der Sonderbund bildete drei getrennte Massen : Freiburg,Luzern mit den innern Kantonen und das Wallis. Du-four beschlofl, eine nach der andern mit überlegenen Kraftenanzugreifen und mit Freiburg zu beginnen. In drei Tagenwar die Stadt von 25,000 eidgenossischen Kriegern umzingelt.
Dieselbe war von 12,000 Mann unter einein erfahrenen Führer,dem Obersten Maillardoz, verteidigt, und aile Zugângewaren mit geschickt angelegten Feldbefestigungen gesperrt,deren Wegnabme blutige Kampfe zu erfordern scbien. Schonhatte Dufour aile Yorbereitungen zur Schlacht getroffen, alsdie freiburgischen Behorden im BewuOtsein, dal3 der Wider-
stand gegen die Ubermaclit doch vergeblich sein würde, die 14. Xov.Stadt übergaben. Die Einnabme Freiburgs batte die Eid-genossenschaft nicht einen Mann gekostet, wenn niclit infolgeeines Miflverstândnisses sich an der Schanze von B e r t i g n yzwischen Waadtlandern und Freiburgern ein Gefeclit ent-sponnen hatte, bei dem die erstern 7 Tote und 50 Verwun-dete verloren.
12. Gefechte bei Gislikon und Meierskappel(23. November). En de des Sonderbundes (29. November).
— Inzwischen hatten die innern Kantone aucli ihrerseitsden Angriff begonnen, aber ohne sonderlichen Erfolg. Saliswar am 12. November im Freiamt eingebrochen, in derHolfnung, es zum AnschluB an den Sonderbund verleiten zukonnen. Eine Abteilung seiner Truppen sollte sich der Schiffs-brücke bei Lunnern, welche die Verbindung zwischen deneidgenossischen Truppen im Zürchergebiet mit denen im Frei-