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ufer vor, ein Teil, die Brigade Egloff, im Taie, der andere,die Brigade Konig, an den Abhângen des Rooter Berges. DieBrigade Egloff zwang den Feind nach langerm Gefecht zurRâumung des Dorfes H on au. Als sie aber gegen die Ver-schanzungen von Gislikon vorging, erhielt sie einen solchenKartâtschen- und Kugelhagel ins Gesicht, dali sie zweimalzurückwich. Nur der Unerscbrockenheit Oberst Egloffs, desDivisionsadjutanten Siegfried und anderer wackerer Offizieregelang es, die Mannschaft wieder ins Feuer zu führen und dieSonderbündler zum Verlassen ihrer Schanzen zu nôtigen.
Die zweite Brigade, welche die steilen, mit Wald bedecktenAnbôhen des Rooterberges erklinunen sollte, hatte dem hefti-gen Feuer der versteckten feindlichen Schiitzen gegenüberebenfalls schweren Stand. Da stieg der DivisionskommandantOberst Z i e g 1 e r vom Pferde und führte seine Leute person-lich im Sturmschritt den Berg hinan. So wurde Salis, derin den Schanzen von Gislikon selbst verwundet worden war,auf allen Punkten zum Rückzug genotigt. Unterdessen hatteauch die Division Ochsenbein, die vom Bernischen herdurch das Entlebuch vordrang, bei Schüpfheim ein sieg-reiches Gefecht bestanden und sich dadurch den Weg nachLuzern gebahnt. So stand die Stadt den eidgenossischen Trup-pen von allen Seiten offen. Noch am gleichen Abend flüch-teten Kriegsrat und Regierung, Jesuiten und Nonnen aufeinem Dampfboot nach Flüelen. Damit erlosch in Luzernjeder Gedanke an weitern Widerstand. Die Stadt meldetewahrend der Nacht ihre Unterwerfung ins eidgenossischeLager, die Mannschaft des Kantons legte die Waffen niederund zerstreute sich, und die Hülfsvôlker aus Wallis, Uri undUnterwalden zogen ab. Dafür rückten die eidgenossischenTruppen unter dem Jubel der freisinnigen Bevôlkerung in JLuzern ein. Sofort forderte Dufour auch die andern Sonder-bundskantone zur Unterwerfung auf, und einer um den andernfügte sich ohne fernern Kampf. Nachdem am 29. November 29. Xov.auch noch das Wallis sich ergeben und eidgenossischeTruppen aufgenommen hatte, war die Auflosung des Sonder-
Oechsli, Scbweizergeschiehte. 24