Vorrede.
Die Weltgeschichte ist die große Erzieherin der Mensch-heit für Gott. Denn wenn nach dem Ausdrucke der hl.Schrift „Gott das Ziel alles Geschaffenen ist", dann ha-ben auch die Menschen und Völker aller Zeiten keinenandern Zweck, als Gott zu dienen und ihn zu verherrli-chen. Diese Verherrlichung kann aber, nachdem JesusChristus der Mittler zwischen Gott und den Menschengeworden, nur durch Jesus Christus geschehen. Daherist Christus der Mittelpunkt der ganzen Weltgeschichte,die Geschichte nichts Anderes, als der in der Zeitsich entwickelnde ewige Plan Gottes mit derdurch ihren freien Willen geleiteten Mensch-heit, sich in ihr durch Christus eine würdigeVerherrlichung zu bereite». Das ist die tiefsteund einzig richtige Auffassung der Geschichte.
Dieser Auffassung entsprechend, haben wir die vor-liegende „Weltgeschichte in Charakterbildern"geschrieben; es soll eine wahrhaft christliche Welt-geschichte sein. Das Motto, das wir an die Spitze desBuches gestellt, kennzeichnet vollständig den Standpunkt,den wir eingenommen. Wohl kennen wir auch andere,ganz vortreffliche Geschichtsbücher, die von dieser Auffas-sung getragen sind; aber es kam uns noch keines zu Ge-sichte, das in allgemein verständlicher Form immer undimmer wieder auf diese letzte und höchste Thatsache derGeschichte zurückkommt und bei jedem gegebenen Anlassedarauf hinweist. Das scheint uns aber durchaus noth-wendig zu sein, um dem Leser ein volles Verständniß