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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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Rom unter Kaisern, von 30 v. Chr. bis 476 nach Chr.

Der erste römische Kaiser war Augustus. Wie erKünste und Wissenschaften beförderte, so suchte er auch dasDeich nach Aussen zu vergrössern durch Eroberung vonDeutschland, wohin er seine beiden '.'tiefsöhne Drususund Tiberius sandte. Diese machten grosse Fortschritte.Daher erhoben sich die Deutschen unter Hermann oderArminius und brachten dem römischen Statthalter Varusim Teutoburgerwald eine vollständige Niederlage bei (9 n. Eh.).

Hernach regierten Tiber ius, Cajus (Caligula), Claudiusund Nero, deren Ucbermuth und Grausamkeit keine Grenzenkannten. Nero zündete sogar die Stadt Dom an, beschuldigtedann die Christen als Urheber des Brandes und liess einezahllose Menge, unter ihnen die Apostelfürsten Petrus undPaulus, theils kreuzigen, theils verbrennen. Um so glücklicherwar das Volk unter der Regierung Vespasians und seinesSohnes Ti tus, welche die verfallene Zucht und Sitte wiederherzustellen suchten. Titus war auch das Werkzeug in derHand Gottes zur Zerstörung Jerusalems (s. Bild XIX.). Ebensosegensreich regierten Nerva, Trajan, Hadrian, Antoni-nus Pius, welche die Stadt durch neue Bauten verschönerten,während Domitian, Marc-Aurel, mit dem Beinamen derPhilosoph oder der Weise, Decius und Diocletian ihreNamen durch die blutigsten Christen Verfolgungen entehrten.

Dom stand jetzt auf dem Gipfel seiner äusser» Macht,aber zugleich am nächsten seinem innern Zerfalle (s.Bild XX.). Das lieidenthum war nicht mehr im Stande, diesenZerfall aufzuhalten. Daher fügte es die göttliche Vorsehung,dass Constantin, dessen Mutter die fromme Helena war,den wankenden Thron bestieg, nach Besiegung seiner Mit-herrscher als unumschränkter Gebieter regierte und dasChristenthum zur Staatsreligion erhob (324 n. Chr.).Er verlegte seine Residenz nach Byzanz (Constantinopcl),wo sich statt der heidnischen Tempel christliche Kirchen er-hoben, auf deren Thürmen das Kreuz als glorreiches Sie-geszeichen des Christenthums über das lieidenthum prangte(s. Bild XXI.). Noch einmal versuchte ein Kaiser, Julian derAbtrünnige, der vorn Christcnthumc wieder zum Heiden-