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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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hochemporgestreckten weiten Nachen einen dicken schwarzenHauch wie eine Rauchwolke ausstoße, die weithin denHimmel verdunkelte, und sie flohen voll Entsetzen vomStrande.

Mit ihren ersten Fahrzeugen ivagten sich die Menschenfreilich noch nicht aus die offene See. Sie hielten sichvielmehr vorsichtig am Ufer und schwammen von einerKüste zur andern, oder wagten sich doch nur so weit auf'sMeer, daß sie imiuer die Küste im Auge behielten, mi»Furcht, das Land nicht wieder finden zu können. Fürden Fall, daß ein plötzlicher Sturm das Schiff aus demAngesichte des festen Landes verschlage, nahmen sie Vogelaus ihrem Lande mit sich auf's Schiff. Diese ließen siealsdann fliegen und folgten der Richtung ihres Fluges.Sie setzten nämlich voraus, daß die Vogel aus natürli-chem Hange ihrem Vaterlands uneder zufliegen würden.Es wurde auch nur bei helleni Tage geschifft. Denn wieleicht hätte in stockfinsterer Nacht auf dem brausenden Meeredas Schiff auf verborgene Klippen, auf Sandbänke gera-then können!

Die Phönizier umreit die Ersten, welche die Schifffabrtauch auf offener See, bei Nacht sowohl als bei Tage,wagten. Die prachtvollen Cedern des Libanon gaben ihnendas nöthige Holz znm Baue der Schiffe. Sie hatten derenzwei Arten: lange und runde. Die ersteren warenschmal und zugespitzt und führten den Namen Argo, d. i.Schnellsegler. Sie wurden vorzüglich zum Kriegegebraucht. Die anderen hießen Ganloi, runde, weilsie für die Ladung der Waaren einen weiten Bauch undglatten Boden hatten. Diese waren Kauffahrteischiffe undgingen nur langsam.

Mit solchen Schiffen wagten sich die Phönizier kühnhinaus auf das offen vor ihnen liegende MittelländischeMeer. Bei Tag diente ihnen der Stand der Sonne, beiNacht der gestirnte Himmel zum Wegweiser. Unter dem