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Mutter mit den edelsten Gesinnungen erfüllt, boten in derThat Alles auf und setzten sogar ihr Leben daran, um demhartgedrückten, blutarmen Volke aufzuhelfen, da nach undnach alle Reichthümer trotz der Vereinbarungen zwischenPatriciern und Plebejern wieder in die Hände von einigenWenigen gekommen waren. Aber beide wurden ermordet,ohne ihr Ziel erreicht zu haben. Der edlen Mutter jedoch,welche stolz darauf blieb, die Gracchen geboren zu haben,und mit ungebeugter Seele die Größe ihres Leidens er-trug, setzte das Volk bei ihrem Tode eine Denksäule mitder kurzen, aber bedeutungsvollen Inschrift: „Der Mutterder Gracchen."
XVI. Römischer Heldenmuth.
Kaum war Tarquinius Superbus, der letzteKönig von Rom, vom Throne gestürzt, so floh er zuPorsenna, dem mächtigen Könige von Clusium, undreizte ihn zum Kriege gegen die Römer auf. Dieser eiltean der Spitze eines furchtbaren Heeres gerade auf Romlos. Nur der Fluß Tiber trennte ihn noch von der Stadt;eine hölzerne Brücke führte hinüber. Die geringe Mann-schaft, welche hier zur Bewachung zurückgelassen war,wurde von dem mächtigen Feinde zurückgedrängt undfloh eiligst davon. Und die Feinde wären gewiß den flie-henden Römern über die Brücke nachgedrungen, hättenicht ein heldenmüthiger Mann, Horatius Cocles,seine Mitbürger mit Gewalt zurückgehalten. „Was wird euchdas Fliehen helfen," rief er, „wenn ihr dem Feinde dieBrücke lasset, euch nachzueilen! Zerstöret doch, ich bitteeuch, mit Feuer, mit Eisen, und womit ihr immer könnet,die Brücke! Ich will unterdeß dem Uebergange wehren,so viel ein Einzelner vermag." Es geschieht. Nur zweibleibeir bei ihm, und diese drei Männer stemmen am Ein-gai:ge der Brücke dem Andränge eines ganzen Heeres ihreSchilde und Lanzei: kühn entgegen, während die Andernmit dem Abtragen der Brücke beschäftiget sind. Endlich