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Titns, durch die Hartnäckigkeit des Judeuvolkes anf'sAeußerste gereizt, schwur ihm uuu vollständige!! Unter-gang. Nach einer fünfmonatlichen Belagerung erstürmtendie Römer die dreifachen Mauern, und ein entsetzlichesBlutbad begann. Die Stadt ging in Flannnen auf. Tituswollte wenigstens den Tempel erhalten. Aber schon hatteein Soldat einen Fenerbrand hineingeworfen. So versan-ken Tempel und Stadt in einem ungeheuern Brande zumAschenhaufen (70 n. Chr). Mehr als eine Million Ju-den sollen in diesem Vernichtungskriege um's Leben ge-kommen sein. Die Gefangenen wurden zum Theil an'sKreuz genagelt, — und fanden so dasselbe Loos, welchessie dem Herrn bereitet hatten — zum Theil wurden sieden ivilden Thieren vorgeworfen, und die Kinder in dieSklaverei verkauft.
Seitdem ist der Jndenstaat auf immer vernichtet,und die zahlreichen Nachkominen des jlidischen Volkes sindbis aus den heutigen Tag über die ganze Welt zerstreut.Es hatte ein Nationalverbrechen begangen, und diesesVerbrechen fand statt, als die bei dem hohen Osterfesteversammelte Nation mit lauter Stimme den Tod Des-jenigen forderte, den die heiligen Seher als den Heiland,als den starken Gott, als den Emanucl verkündet hatten.Der Ruf: „Kreuzige ihn, sein Blut komme über uns undunsere Kinder!" hat den schrecklichsten Fluch auf sie her-abgezogen, und noch nach achtzehn Jahrhunderten rächtsich dieses Blut, das beim Gottesmorde floß, an den Nach-kommen. Nationen sind verschwunden und neue entstanden,Reiche gingen unter und andere wurden gebildet; nurdie eine Nation, das eine Volk Israel ist nicht unter-gegangen; es ist übrig geblieben mit seinen alten Tra-ditionen, mit seinem alten Hasse gegen das Christenthum.Nach vielen Millionen Menschen zählt es. Es gibt keinLand, keine Monarchie, keine Republik, keine Stadt, wosich nicht Hebräer finden. Ohne ein gemeinsa>nes