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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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Vaterland z» kennen, t e 6 c n sie ü b e x - a s s; f v c nt bunter allen Völkern, ivandeln sie überallumher als lebeudige Beweise von des HerrnStrafgericht und von der Göttlichkeit der ka-tholischen Religion.

XX. Der Verfall des römischen Volkes.

Die sittliche Ausartung der Römer hatte seit jenerZeit begonnen, wo Rom auf dem Gipfelpunkte seines äußernRuhmes stand und sich das Wort des Dichters erfüllte:

Da sollst, Römer, beherrschender Erde Völker mit Obmacht!"

Das römische Reich erstreckte sich zu Kaiser AugnstnsZeiten durch drei Welttheile hindurch, vom AtlantischenMeere bis zum Euphrat, vom Rhein, von der Donauund dem Schwarzen Meere bis an die afrikanischen undarabischen Wüsten. In diesem weiten Umfange lagen dieschönsten Länder der Erde, unter andern: Portugal undSpanien, Gallien, Italien und dessen Inseln, Griechen-land und Maeedonien, Kleinasien, Syrien und Aegypten,das karthagische und nmnidische Gebiet. Anf diesem großenFlächenraume lebten ungefähr 120 Millionen Menschen,von denen etwa 20 Millionen Bürger, 40 MillionenUnterthanen und Freigelassene, und 60 Millionen Sklavenwaren. Es gab auf demselben gegen sechstausend bedeu-tende Städte, und unter diesen waren Alexandria,Antiochia und Rom die größten. Letztere vereinigte in sichdie Herrlichkeit aller andern Städte; wer sie gesehen,der hatte mit ihr die übrige Welt gesehen. Ihre Bevöl-kerung belies sich wohl auf anderthalb Millionen Ein-wohner; aber die Zahl der freien römischen Bürger selbstwar nur gering. Das Heer bestand aus ungefähr 400,000Mann und bildete unter Augnstns eine stehende Macht.Es waren 25 Legionen, jede zu 6100 Mann zu Fuß und726 Mann zu Pfelde, größtentheils an den Grenzen desReiches, namentlich am Rhein, an der Donail und am