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bcfto bcfjcre Unterlage bildeten sie für das Christenthum,wie jener Baum, begünstiget von Sonnenschein und Regen,die meisten Früchte trägt, der die besten Säfte in sichbirgt. Darum war dieses Volk vou^Gott berufen, dieWelt zu erfrischen.
XXIII. Die Verbreitung des Christenthums unter dieGermanen.
Wie eine leuchtende und wärmende Sonne ging dasChristenthum allmälig über der Nacht des Heidenthumsin Germanien auf. Die Gothen, die Burgunder, dieLangobarden und mehrere andere Völker hatten das Chri-stenthum angenommen, so wie sie auf ihrer Wanderungmit den Römern in nähern Verkehr kamen. Bei denFranken war dasselbe seit Chlodwigs Bekehrung ausge-breitet. Früh wurde der Same des Christenthums inden Donaugegenden ausgestreut, und der hl. Severinwar der Apostel Norikums, des jetzigen Oberösterreichs,südlich von der Donau, mit den angrenzenden Theilenvon Unterösterreich, Steiermark, Kärnthen, Salzburg undBayern. Mitten im wilden Getümmel wandernder Kriegs-völker erschien hier um das Jahr 454 der fromme Apostel,welchen Gott aus seiner stillen Einöde im Orient gerufenund den bedrängten Christen dieser Gegenden zum Schutzund Trost gesendet hatte. In der Gegend des heutigenWien baute er für sich und seine Genossen ein Kloster.Dreißig Jahre lang an der Donau auf und ab wandernd,trug er überallhin die Tröstungen des Christenthums, sodaß selbst heidnische Könige ihn ehrten und bewunderten.
Die Glaubensboten der Deutschen kamen übrigensgrößtentheils aus Irland und England. Hier hatte dasChristenthum bereits festen Boden gewonnen. Hier, inder stillen Heimat der Wissenschaft und der Frömmigkeit,erweckte Gott seeleueifrige Männer, um nach Deutschlandzu ziehen und auch dort die Lehre des Heiles zu verkünden.