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Doch diese Weltherrschaft sollte in innigster Beziehungzur Kirche stehen. Alle Gewalt komint von Gott und geht,wie Alcuin, der einflußreichste Freund Karl's, so treffendauseinandersetzte, in zwei Strahlen auf seine obersten Le-hensträger, den Papst und den Kaiser,aus. Während derPapst an Gottes Statt als Nachfolger des hl.Petrus die höchste geistliche Gewalt besitzt, hatGott die höchste weltliche Gewalt dem römischenKaiser übertragen, und diese Uebertragungwird durch die Hand und Weihe des Papstesvor den Menschen bestätiget. Diese erhabenste undgroßartigste Anschauung von beiden Gewalten auf Erdenfand ihre erste Verwirklichung in der Kaiserkrönung Karl'sdurch Papst Leo III., am Weihnachtstage des Jahres800 in Rom, dem denkivürdigsten Tag für ein ganzesJahrtausend der Weltgeschichte. An diesem Tage schlugdie Vorsehung ein Blatt in der Weltgeschichte um. DasKaiserthum ging von Byzanz, wo damals ein Weib,Irene, regierte und gegen alle Ueberlieferungen der Vor-zeit den kaiserlichen Namen sich anmaßte, auf den Fran-kenkönig Karl über, und Karl wurde dadurch vererste und höchste Monarch, sowie der erste undhöchste Schirmherr der katholischen Kirche.
Kaiser und Papst arbeiteten seitdem Hand in Hand.ohne in die gegenseitigen Rechtsgebiete irgendwie überzu-greifen, an dem Heile der europäischen Völker. Karlgründete überall Bisthümer, Kirchen und Klöster, schütztedie Kirche gegen ungerechte Eingriffe und suchte auf allemögliche Weise das Ansehen der Kirche und ihrer Die-ner zu heben und zu befestigen. O, das waren glücklicheZeiten für die Völker, wo in der That christliche Ideendie Welt regierten. „Heil und Segen dem von Gottgekrönten, großen und friedfertigen Kaiser der Römer,Karolus Augustus," rief das Volk, als Leo diesem einegoldene Krone auf's Haupt setzte, und der Papst warf sich