149
und Wahlgesaudten unter Vortritt ihres zahlreichen glän-zenden Hofstaates und mit ansehnlichem Gefolge, Allesin voller Gala, nach dem Nathhause oder „Römer". Hierfindet sich auch die neuerwählte Majestät ein, um sich infeierlicher Begleitung der höchsten Würdenträger des Reichesnach der Kirche zur festlichen Krönung zu verfügen. Hie-bei ist wiederum Alles zu Pferde. Dem Erwählten, dernoch in seiner gewöhnlichen Hofkleidung erscheint, werdenbei diesem Aufzuge von den Kurfürsten, je nach Erforder-uiß ihrer Erzämter, die Reichsinsignien vorgetragen. Diedrei geistlichen Kurfürsten und der gesammte Klerus,prangend in ihren goldschimmernden Kirchengewändern,empfangen den König und seine Begleiter beim Portaleder Kirche und führen sie in das Chor zu den für siebestimmten Plätzen. Nach einem gemeinschaftlichen Gebeteund einer besondern Oration des Weihbischofs über denGewählten, nimmt das Hochamt seinen feierlichen Anfang.
Der wirklichen Krönung gehen mehrere Fragen voraus,die der Erzbischof von Köln, dem nach altem Herkommendie Vornahme der Krönung gesichert bleibt, dem Neuer-wählten vorlegt, und nachdem derselbe alle mit Volo (Ichwill) beantwortet hat, tritt er an den Altar und schwörtauf das Evangelium, daß er den hl. katholischenGlauben bewahren, das Reich beschützen undder christlichen Kirche Schutz- und Schirmherr-sein wolle. Von ihm wendet sich der Weihbischof an dieKurfürsten und Gesandten mit der Frage, ob sie den ge-genwärtigen Neugewählten als König und künftigen Kaiseranerkennen. Sie antworten: Fiat! üat! (Er sei es!) undnun wird unter Assistenz des Kurfürsten von Branden-burg, des Erzkäiumerers des Reiches, zur Salbung desselbengeschritten. Sie geschieht mit heiligem Oele auf Scheitel,Brust, Nacken, Arm und Armgelenke sowie auf die flacheHand des zu Krönenden, wobei der Erzbischof die Wortespricht: „Vivat rex in setennnnt“ (Es lebe der König