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Gespötts war, blieben zwei Mönche allein treuin ihrer Liebe zu mir."
Am Hofe aber fand er vorzüglich Hilfe bei der hoch-herzigen und frommen Königin Jfabella, von welcherder Cardinal Ximenes bei der Nachricht von ihrem Todesprach: „Niemals wird die Welt eine Regentin von glei-cher Größe des Geistes, gleicher Reinheit des Herzens,gleicher Wärme der Frömmigkeit und gleicher Sorge fürGerechtigkeit sehen." Auch sie dachte vor allem an dieVerbreitung des Glaubens, als sie Columbus drei Schiffezu seiner Reise gab.
Wie der Zweck und die Mittel das Verdienst derKirche sind, so gehörte noch viel unmittelbarer der Ge-danke einer solchen Entdeckung ihr an. Die kirch-liche Wissenschaft bewahrte die Ideen von der Kugelgestaltder Erde, von der Verbindung des atlantischen und in-dischen Meeres, von dem Vorhandensein großer Länder-strecken jenseits des Meeres und von den Gegenfüßlern:Ideen, welche vor allem Albertus Magnus und Bacoausgebildet hatten. Zugleich tauchten damals als Tages-fragen aus: die Einheit des Menschengeschlechtes, dieVerbreitung der Thiere und Pflanzen, die regelmäßigwehenden Seewinde, die Meeresströmungen, die Ver-theilung der Wärme, der Zusammenhang der Völkeru. s w., welche alle ihre Entwicklung und theilweise Lö-sung in der Kirche fanden und Columbus auf die Spurseiner Aufgabe leiteten.
Und endlich war es auch wiederum nur die reli-giöse Begeisterung, welche einen Columbus mitsolch' heldenmüthiger Ausdauer erfüllen konnte. WelcheMühen nahm er nicht auf sich, seine Ideen und Zweckezu verwirklichen! Nach acht langen und bangen Jahrendes Zuwartens erhielt er von der Königin Jsabelladrei kleine Schiffe, um damit die wichtigste Seereise zuunternehmen, welche jenials gemacht worden war. Am