Planes durchaus nichts Undenkbares. Sogar in seinemTestamente, das er vor der dritten Reise machte, legteer diesen Gedanken nieder, indem er darin seinem Sohnebefahl, eine Summe Geldes zu diesem Zwecke aufzube-wahren, um einst dem Könige auf seinem Zuge nachJerusalem folgen oder selbst einen Kreuzzug ausrüstenzu können.
Dieser erhabene und große Zweck, die Kirche Gottes zuverherrlichen und zu erweitern, erwarb Columbus auch seineFreunde und Gönner, die von demselben Gedanken durch-drungen waren. Im Sommer des Jahres 1485 bittet einesAbends ein Mann von königlichem Anstande, aber gebleichtdurch die Sorgen des Lebens, an der Pforte des Franzis-kanerklosters de la Rabida, eine halbe Stunde vom HafenPalos, für sich und seinen Knaben Diego um einStücklein Brod und einen Trunk Wasser. Der Kloster-pförtner frägt nach Heimat und Stand. Der Mann ant-wortet: „Ich bin ein Seemann aus Genua; ich mußbetteln gehen, weil die Könige die Reiche nicht annehmenwollen, die ich ihnen biete." Der Pförtner führte Co-lumbus — denn dieser war es — zum Guardian desKlosters. Juan Perez de Marcheua nahm denSeemann gastlich auf, erfaßte begeistert seinen großenGedanken, verschaffte ihm Zutritt am spanischen Hofeund blieb ihm unter allen Umständen unbeirrt treu.Längst hatte Columbus den Plan seiner Vaterstadt Ge-nua vorgetragen und, von dieser abgewiesen, ebenso frucht-los Johann II., König von Portugal, um Unterstützungangegangen. Jetzt sollten arme Mönche seine mächtigstenGönner werden. Denn als seine Pläne geprüft wurden,da war es wiederum der Mönch Don Diego Deza,Dominikaner des Klosters St. Esteban zu Salamanka,später Erzbischof von Sevilla, der mit seinem ganzenEinflüsse am königlichen Hofe für ihn wirkte. Deßhalbbekannte Columbus später selbst: „Als ich Allen zum