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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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eher Nachkommen an Karls Töchter und deren Nachkommennach dem Rechte der Erstgeburt. 3. Stirbt diese Linie aus,so erben die Töchter Joseph's 1. und deren Nachkommen.Mit Karl erlosch der habsburgische Mannesstamm (1740) undes kam das habsburgisch-lothringische Haus an dieRegierung.

Unter Karl VI. brach auch der Erbfolgekrieg inPolen aus, wo Stanislaus Lescinski dem Sohne desverstorbenen Königs August III. den Thron streitig machte,jedoch unterliegen musste.

Ebenso spielte in dieser Zeit Russland bereits eine be-deutende Rolle, besonders unter Peter dem Grossen(16891723), der die einzelnen Völker, bisher von Fürsten(Czaren) regiert, zu einem grossen Reiche unter einem Scep-ter vereinigte (s. Bild kill). Er bereiste Holland, England,Deutschland, um fremde Bildung und Gesittung nach Russlandzu verpflanzen; 1703 erbaute er Petersburg; führte auch meh-rere Jahre Krieg gegen den nordischen Helden, den Schwe-denkönig Karl XII. und besiegte ihn bei Pultawa (1709). ImJahre 1721 wurde Peter feierlich als Kaiser aller Reussen(Russen) ausgerufen und ihm der Beiname des Grossengegeben. Nach ihm regierte mit Menzikows Hilfe seineGemahlin Katharina I. Sie war die Tochter eines armenholländischen Bauern und diente anfangs in Marienburg. AlsGefangene nach Russland gebracht, nahm sie der Kaiser zurGemahlin, nachdem er seine erste Gattin verstossen hatte.So ruhten denn die Angelegenheiten des grössten Reiches derErde in den Händen einer Kaiserin, die früher dienendeMagd, und eines Fürsten und ersten Ministers, der früher Bä-cker) unge gewesen war. Die meisten russischen Regen-ten starben schnell weg, oder besser wurden von ihren Nach-folgern beseitigt; sie waren sehr grausam gegen ihre Feinde,richteten sogar ihre eigenen Verwandten hin oder verbann-ten sie nach Sibirien.

Auf dem deutschen Kaiser-Throne folgte nun (17401780)

Maria Theresia (s. Bild L1V), vermählt mit Her-zog Franz Stephan von Lothringen. Da nach Karl VI.Tode viele Fürsten die pragmatische Sanction nicht achteten