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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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Der schwedische Feldherr Üxenstjerna setzt den Kriegfort, wird jedoch von Ferdinand (des Kaisers Sohn) bei Nörd-lingen (t634) geschlagen.

Frankreichs Minister, Richelieu, sucht Oesterreich zuschwächen und schürt daher das Feuer des Krieges aufsneue.

Die Schweden und die Protestanten, unterstützt vonFrankreich, erheben sich abermals und siegen bei Witt-stock (1636) unter Baner und Wrangel und später beiBreitenfeld und Jankau.

Endlich im Jahre 1648 kam es zum Frieden, westfä-lischer Friede genannt. In diesem Friedensschlüsse wur-den auch die Schweiz und Holland als selbständig aner-kannt. Frankreich erhielt Elsass, den Sundgau, Breisach undPhilippsburg. Die Protestanten und Reformisten erhieltengleiche Rechte mit den Katholiken, und zugleich wurde fest-gesetzt, dass sie alle Kirchen und Kirchengüter behalten dür-fen, die sie seit dem Jahre 1624 besassen.

Kaiser Ferdinand 111., der noch neun Jahre nach die-sem Friedensschlüsse regierte, that Alles, um die tiefen Wun-den des Vaterlandes zu heilen (s. Bild 1.1). Er starb im Jahre1637 und nahm den Ruhm eines biedern und edlen Fürstenmit sich ins Grab. Der gutmüthige, aber für jene Zeit schwache

Leopold I. hatte schwere Kriege mit den Türken zu füh-ren. Sie kamen bis vor Wien und belagerten die Stadt (1683).Der ritterliche König von Polen,Johann Sobieski (s. BildL11), vertrieb sie von Wien. In dem nachfolgenden Kampfegegen die Türken, der noch 18 Jahre dauerte, zeichneten sichvor Allen der edle Prinz Eugen von Savoyen und Mark-graf Ludwig von Baden aus. Kaiser Joseph I. re-gierte nur wenige Jahre. Erzherzog Karl bestieg den Thron als

Karl VI. Durch den spanischen Erbfolgekrieg hatte derKaiser erfahren, welches Unglück für Fürsten und Völker eineunbestimmte Thronfolge herbeiführen kann. Daher erliess erunter dem Namen pragmatische Sanction eine Erbfolge-ordnung, welche drei Punkte festsetzte: 1. Die sämmtlichenzur österreichischen Monarchie gehörigen Länder sollen niegetheilt werden. 2. Dieselben fallen in Ermangelung männli-