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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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Bruder der Mutter uahnr sich des Kuabe» au uud gab ihnbei Pietro Perugiuo in die Lehre. Seine Fortschritte warenrasch. Er eignete sich die Art seines Meisters so schnell undso vollständig an, daß man die Bilder des Einen und desAndern kaum von einander unterscheiden konnte. Von Ur-bino begab sich Naphael nach Florenz und studirte dortinsbesondere die Arbeiten Leonardo's da Vinci. Mehr alsirgend ein anderer Maler näherte er sich diesem in derLieblichkeit der Farben. Hochgepriesen ist die Grable-gung für die Kirche Sau Francesco in Perugia. Auchentstand damals die hl. Familie, die jetzt in Münchensich befindet, und in welcher jeder Farbenstrich an denKöpfen, Händen und Füßen wie mit Fleisch gemalt ist.Bald darauf wurde unser Künstler von Papst Julius II.nach Rom berufen, damit er die Säle des Vatikan mit sei-nen Künstlerleistungen schmücke. Jetzt folgten zwölf Jahreder angestrengtesten Thätigkeit, der höchsten Vollendung undunvergänglichen Ruhmes. Er machte sich vor Allem un-sterblich durch seine Madonnen (Mnttergottesbilder), diein dieser Zeit entstanden. Schönere Madonnen als die vonNaphael, hat »och kein Maler gezeichnet. Der erhabeneZug, den er ihnen gegeben; die Würde des Ausdruckes,gleich edel und anmuthig; die ehrfurchtgebietende Ruhein den liebenswürdigsten Sorgen der Mütterlichkeit; dertiefe Gedanke, den ihre reine und heitere Stirne enthält;die bedeutende Miene, durch welche sie uns oft in dieGeheimnisse eines geopferten Gottes eingeweiht zu seinscheinen, alles das lehrt uns, daß der Künstler vonder erhabensten Auffassung der Gottesmutter durchdrungenwar. Das Lächeln seiner Madonnen gehört noch derErde an, ihr Blick dem Himmel und der Zukunft.

Der Schwanengesang Raphaels ist das Bild der Ver-klärung (jetzt im Vatikan). Mit dem Jesuskind hatteer seine Laufbahn begonnen, mit dem verklärten Gott-menschen schloß er sie. Dieses große Meisterwerk, vielleicht