zehn Jahre darauf führte sein Sohn Ludwig das Luther-thum wieder ein, verjagte die calvinischen Prediger undzwang auch seine Unterthanen, wieder Lutheraner zu wer-den. Endlich nöthigte ihnen int Jahre 1583 der Pfalz-graf Johann Casimir, als Vormund Friedrichs IV., denCalvinismus nochmals auf." Zugleich übersieht man,daß damals eben der Grundsatz herrschte: Cujus regioejus et religiö. (Wer Herr über das Land ist, der istauch Herr über die Religion.) Und endlich war Ferdi-nand sich seiner hohen Pflicht wohl bewußt, als Kaiserder höchste Schirmherr der katholischen Kirche nicht bloßzu heißen, sondern auch zu sein. Wie die erste Stunde inder Morgenfrühe und Abends die letzte vor dem Schlafen-gehen der Selbsterforschung und dem Gebete gewidmetwar, wie der täglichen Regiernngsthätigkeit der Gottes-dienst in der Kapelle voranging, wie Ferdinand auch unterTags manche halbe Stunde der Unterhaltung und demGeschäfte entzog, um sie der Betrachtung und der innernSammlung zu weihen: so waltete der religiöse Grund-ton durch alle Handlungen und Unternehmungen diesesFürsten. Es war eine ungeheuchelte Frömmigkeit, dieihn beseelte, und seine christliche Ueberzeugung war soinnig und lebendig, daß er ohne Ueberhebuug von sichsagen konnte, was er mehr als einmal versicherte: „Ichwäre bereit, für jeden Artikel des Glaubens jederlei Pein,selbst den Tod zu erdulden."
Wallen stein stammte aus einer alten böhmischenFaniilie und versprach in der Jugend sehr tvenig. DasLernen behagte ihm nicht; kein Lehrer konnte seine Wild-heit zähmen. Da brachte ihn sein Vater als Pagen anden Hof von Tprol.
Eines Tages schlief der Knabe am offnen Fenster desSchlosses ein, stürzte hinab, drei Stockwerke tief, ohne sichim geringsten zu beschädigen. Dieses Glück schrieb er derFürbitte der Mutter Gottes zu und trat zur katholischen