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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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beten Zeit ruhig und still die Wege des Herrn; die rauhenGewohnheiten des Kriegslebens hatten keine Geivalt überdie edle Milde seines Herzens. Das Gebet, dem er inseinem Zelte oblag wie der Mönch in seiner Zelle, undüber welchem er gleichwohl nie seine Pflichten aus demAuge verlor, war sein mächtiger Schild gegen die Auf-wallungen des eigenen Herzens wie gegen das Mißge-schick und die Beschwerden des Lebens. Täglich pflegteer zwei hl. Messen beizuwohnen und für die hl. Jung-frau hegte er jene besondere Verehrung, die reinen See-len eigen ist. Ihr weihte er seine Fahnen, und ihreAltäre durch reichliche Geschenke zu schmücken, war seineFreude. Als er am 8. November 1630 zum allgemeinenOberbefehlshaber ernannt wurde, machte er eine Wall-fahrt nach Altötting, ehe er sein neues schweres Amtantrat. Dieses berühmte Heiligthum übte auf ihn eineganz besondere Anziehungskraft. Schon im Jahre 1624hatte er dort, bei Gelegenheit einer Reise nach Wien,drei Tage stiller Sammlung in inbrünstigem Gebete anden Stufen des Altares der unbefleckten Gottesmutterzugebracht. Gebeugt unter der Last einer Verantwortlich-keit, die er am liebsten von sich abgewiesen hätte, sichwohl bewußt der Unzulänglichkeit der von seinem Kriegs-herrn zu erwartenden Unterstützung, der Schwierigkeitenseiner Stellung und der wachsenden Ungunst der Verhält-nisse, fühlte er auch jetzt wiederum das Bedürfniß, vordem Gnadenbilde der hl. Jungfrau in frommem GebeteKraft und Trost zu suchen. Während seines damaligenAufenthaltes in Altötting vervollständigte er seine bereitsim Jahre 1626 getroffenen letztwilligen Verfiigilngen,weihte dem Altare der Himmelskönigin ein prachtvolles,mit Diamanten und andern Edelsteinen reichbesetztes Kru-zifix, eiu Geschenk der Jnfantin Jsabella, stiftete einePräbende und wählte seine Grabstätte in einer besonderenKapelle, die seitdem den Namen Tilly - Kapelle führt.