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Aller irdischen Sorgen ledig, niit Gott und seinem Ge-wissen im Frieden, verließ der fromme Held den Gna-denort und ergriff voll Gottergebenheit mit fester Hondoas Schwert zum letzten schweren Kampfe.
Tillp's tiefe Religiosität bekundete sich indessen nichtallein in der treuen Anhänglichkeit an die Kirche undderen Cultus, sie zeigte sich auch in der hohen Achtung,die er den Rechten Anderer bewies und zwar nicht nurin Bezug auf ihr Hab und Gut, sondern ganz besondersauch in Hinsicht anf ihre religiösen und kirchlichen Ge-wohnheiten. Weit entfernt von dem finsteren Glaubens-eifer, den man ihm angedichtet, verfolgte er Niemandenum seines Glaubens willen. Zahlreiche Stimmen prote-stantischer Zeitgenossen legen Zeugniß ab von der edlenDuldung, die er während seiner ganzen Laufbahn geübt.Seiner wahren Frömmigkeit entsprang auch das tiefePflichtgefühl, das alle seine Schritte leitete und ihn taubund unempfindlich machte gegen Drohungen wie gegenVersprechungen. Es ist eine schöne Seite in dein Charakterdieses Feldherrn, daß seine erbittertsten Feinde ihn nieder Habgier und Bestechlichkeit zeihen konnten in einerZeit, wo Alles um ihn her käuflich und verderbt war.Von seiner werkthätigen Menschenliebe, seiner liebens-würdigen Bescheidenheit, seinem Edelmuthe und der hohenWürde seines Charakters hat die Geschichte zahlreicheBeispiele aufbewahrt. Der bittere Reiz der Rache warihm ebenso fremd, als Eifersucht und kleinlicher Neid.Beleidigungen, Schmähungen und zugefügtes Unrecht ver-galt er durch Wohlthaten, und mährend er sein eigenesVerdienst bescheiden in den Schatten stellte, versäumte erkeine Gelegenheit, den Antheil rühmend hervorzuheben,den seine Offiziere an seinen Erfolgen gehabt. Selbst derneidische Stolz Wallenstein's sah sich zur geheimen An-erkennung der Charaktergröße des Mannes gezwungen,dessen errungene Lorbeeren ihm keine Ruhe ließen. Als