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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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dem kaiserlichen Feldherrn im Jahre 1628 während sei-ner Zerwürfnisse mit den Fürsten der Liga durch einenböhmischen Flüchtling die Mittheilung gemacht wurde,Tilly strebe ihm nach dem Leben, schrieb der sonstso mißtrauische Wallensteiu dem dienstfertigen Angeber:„Ich danke Ihnen für den Beweis von Anhänglichkeit,den Sie mir gegeben haben, kann aber mein Erstaunennicht verhehlen, daß Sie mich mit dergleichen Kleinig-keiten beschäftigen. Tilly ist ein Edelmann, der sich dar-auf versteht, Rebellen zu Paaren zu treiben, aber nicht,einen Meuchelmörder zu machen."

Wohl unterlag der greise Feldherr noch am Abendeseines Lebens bei Breitenfeld, um nie mehr zu siegen.Wie jene Niederlage die Einheit Deutschlands, die trotzder Kirchenspaltung noch immer fortbestand, zertrümmerteund der kaiserlichen Macht eine Wunde schlug, die nie mehrvernarben sollte, so verdunkelte sich von jenem Tage anauch der Kriegsrnhm Tilly's; der Menschen Urtheil richtetsich eben gewöhnlich nach dem letzten Erfolge. Doch ge-rade da zeigte sich wieder im schönsten Glänze der Adelder Gesinnung des biedern Feldherrn: in seinem Berichtean den Kaiser erwähnt er nämlich mit keiner Silbe dertollkühnen Unbesonnenheit Pappenheims, welcher doch dieNiederlage bei Breitenfeld verschuldet hatte. Immergroß steht Tilly da, im Unglücke wie im Gliicke, im Ge-wühls der Schlacht wie im friedlichen Zelte. Er ist un-streitig der edelste Charakter unter den Helden des drei-ßigjährigen Krieges gewesen. Seine sterbliche Hülle ruht,seiner testamentlichen Bestimmung gemäß, in der Kirchezu Altötting, und noch heute ehren die Bewohner jenerGegend das Andenken des frommen Helden, von demder Dichter Bälde einst gesungen: „Wenn ich Tilly nenne,so verneigen sich die Feinde, und erhebt sich der ganzeErdkreis."