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Ll. Deutschland nach dem dreißigjährigen Kriege.
Die Feder sträubt sich beinahe, alle die Verwüstungenzu schildern, welche der dreißigjährige Krieg in Deutsch-land angerichtet hatte. Mau konnte dort oft Tagelaug reisen, ohne ein Haus zu finden; in vielen Pro-vinzen befanden sich keine Dörfer und Städte mehr, son-dern nur Aschenhaufen. In Hessen waren 17 Städte,47 Schlösser und 300 Dörfer geplilndert und verbranntworden. In Württemberg lagen 8 Städte, 45 Dörferund 36,086 Häuser in Asche. Dieses Land zählte imJahre 1634 noch 313,000 Menschen und sieben Jahredarauf nur noch 41,000; der vvm Jahre 1628 bis 1650erlittene Schaden Württembergs wird auf nahezu 119 Mil-lionen Gulden angegeben. In Schlesien und den bran-denburgischen Marken war in den Städten ein Dritttheilder Häuser eingeäschert und die Bevölkerung bis aufein Fünftel zusammengeschmolzen. In niedersächsischenStädten hatte man früher selbst Handwerker mit Gold-ketten um Hals und Brust gesehen, und jetzt gewahrteman mehr herrenlose als bewohnte Häuser. Nur inKarawanen wagte man von einer Stadt zur andern zureisen. Augsburg war von 80,000 auf 30,000 Einwoh-ner herabgesunken. Es wird des gesammten DeutschlandsVerlust an Menschen auf 12 Millionen angegeben. DieBlüthe der Bevölkerung fiel; denn wie ein Geschichtschrei-ber des Alterthums sagt: „Im Frieden begräbt der Sohnden Vater, im Kriege der Vater den Sohn." Die deutscheMacht zur See sank, der Handel im Innern Deutsch-lands war völlig dahin. In Thüringen, wo gegen Endedes Krieges ein Pferd niit 30,000 Gulden bezahlt wurde,sah man von Frauen den Pflug gezogen. Das sind dieSchrecken des Krieges, um deren Abwendung das christ-liche Volk mit Recht jeden Tag betet. „Gott Lob", er-tönte daher der Friedensgesang Paul Gerhards,