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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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Herrschaft über Europa rangen. Hätten die Türken Wienerobert, so wäre es um Oesterreich geschehen gewesen;ja, die Selbständigkeit von ganz Europa stand auf demSpiele. Deßhalb erfüllte der Jubel über den Sieg derChristen bei Wien ganz Europa: Papst Jnnocenz XI., ohnedessen Geldnnterstützung Sobieski den Belagerten gar nichthätte zu Hilfe eilen können, weinte Thränen der Freude.Der Polenkönig hatte sich an diesem Tage unsterblichenRuhm erworben.

Unter den Fremden, Die an demselben glorreichenKampfe gegen den Halbmond Theil nahmen, war auchein neunzehnjähriger Jüngling, klein und unansehnlichvon Gestalt, von brauner Gesichtsfarbe, mit lebhaften,feurigen Augen. Es war Prinz Eugen von Savo-p en. Geboren zu Paris am 18. Oktober 1663, fühlteder Knabe schon frühzeitig eine große Neigung zum Sol-datenstande. Sein Vater, Engen Moriz, Graf von Sois-son, befehligte die Schmeizergarde.

Das Leben Alexanders war sein Lieblingsbuch. Auchstudirte er eifrig Mathematik und Geschichte. König Lud-wig XIV. von Frankreich aber glaubte den schwächlichenJüngling zum geistlichen Stande bestimmt, nannte ihnscherzend nur den kleinen Abbö und wies seine Bitte umAufnahme in die Armee barsch zurück. Da begab sichEngen nach Wien und fand dort beim Kaiser Leopolddie freundlichste Aufnahnre. Im Kampfe gegen die Tür-ken vor Wien that sich der „kleine Abbo" so sehr hervor,daß der Kaiser ihn zum Obersten ernannte und ihm einDragoner-Regiment zur Befehligung gab. In den darauffolgenden Türkenkriegen verrichtete der junge Feldherr mitseinen Dragonern Wunder der Tapferkeit. Auch im spa-nischen Erbfolgekrieg erwarb er sich große Lorbeeren, be-sonders durch die Siege bei Höchstädt und Turin.Seine größten Waffenthaten gegen die Türken war dieSchlacht bei Zenta (1697) und die Eroberung von Bei-