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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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In ihrer Hoffnung getäuscht, brütete sie furchtbare Rache.Sie wiegelte die Strielzi oder Strelitzeu, die Leib-wache der Czaren, unter dem Vorwande auf, NatalieusVerwandte hätten den rechtmäßigen Thronerben Iwanermordet, und veranlaßte zweimal eine gewaltige Empö-rung. Doch wurden die Strelitzen jedesmal wieder be-ruhiget. An Stelle der Mutter Peter's, Natalie, regiertedie herrschsüchtige Sophie, während der junge Peter ineinem kleinen Dorfe in der Nähe von Moskau sich auf-hielt und dort den Grund zu seiner zukünftigen Größelegte.

Er war ein kräftiger, feuriger Jüngling, voll Wiß-begierde und Durst nach Thaten. Sein Liebling warLe Fort, ein Kaufmannssohn aus Genf; dieser warnach manchen Reisen und Abenteuern endlich nach Mos-kau gekommen, wo der gebildete Fremde dem wißbegieri-gen Peter von fremden Ländern und Völkern viel erzäh-len konnte. Bei diesen Erzählungen schwoll das Herzdes jungen Prinzen vor innigem Verlangen, daß auch ereinst der Herrscher eines gesitteten und kunstreichen Vol-kes werden möge. Er hatte sich in jenem Dorfe einekleine Kriegsschaar von fünfzig Jünglingen seines Alterserrichtet, die er Poteschni, d. i. Kameraden nannte. LeFort wurde Hauptmann derselben und richtete sie ganzauf europäischen Fuß ab. Peter selbst diente darin alsgemeiner Soldat. Diese kleine Schaar war die Pflanz-schule der russischen Garde, welche die Strelitzen stürzte,Sophiens Uebermuth beugte und Rußlands Kriegsruhmgründete.

Anfangs hatte Sophie diese Kriegsübnngen als einargloses Kinderspiel angesehen; bald aber regte sich beiihr finsterer Argwohn, und seitdem entwarf sie im Stilleneinen Plan zur Ermordung des Prinzen nebst seinerMutter und Schwester. Allein ihr Mordplan ward ver-rathen. Peter umgab sich mit seinen Poteschni und ließ