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feine empörungssüchtige Schwester in ein Kloster stecken.Um diese Zeit, 1689, starb auch Iwan, und Peter warfortan Alleinherrscher von Rußland.
Mit rastlosem Eifer arbeitete er nun mit seinemFreunde Le Fort au der Aufklärung seines Volkes undder Verbesserung der russischen Staatseinrichtungen. Erschickte mehrere junge Russen nach Deutschland, Hollandund Italien, um sich unter diesen gesitteten Nationen zubilden, und zog viele gebildete Ausländer in sein Reich.Die Großen des Reiches aber, wie auch die Geistlichkeit,waren über seine Neuerungen höchst unzufrieden. Siebeschuldigten ihn, er ziehe Irr- und Ungläubige in dasLand, schicke die russische Jugend zu Ketzern und stürzeso die Religion und verderbe die Sitten. Besonders wa-ren die Strelitzen erbittert, weil er die Poteschni ihnenvorzog. Seine Schwester Sophie nährte von ihrem Klo-ster aus die Unzufriedenheit, und so entspann sich baldeine neue Empörung. Aber auch diese wurde von Peterniedergeschlagen, die Verschworenen hingerichtet.
Hieraus entschloß sich der Kaiser, selbst eine Reise in'sAusland zu machen. Im April 1697 trat er mit LeFort die Reise au. Der Zug ging über Königsberg.Hier wurden sie von dem prachtliebeuden KurfürstenFriedrich III. von Brandenburg auf das glänzendste em-pfangen. Peter gab sich alle Mühe, um nicht erkannt zuwerde». Aber eben dieses verrieth ihn. Bei einem glän-zenden Gastmahle, das der Kurfürst gab, übernahm sichPeter so sehr im Trunke, daß er beinahe seinen FreundLe Fort gelobtet hätte, weil er sich durch einige Wortevon ihm beleidiget hielt. Als er wieder zur Vernunftkam, empfand er tiefe Reue darüber. „Ach," rief erschmerzlich aus, „ich will mein Volk gesitteter machen undvermag mich selbst nicht zu zähmen." Schon in Königs-berg besuchte er die Werkstätten der Handwerker undKünstler und erkundigte sich mit großer Lernbegierde nach