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Bei Gott ’« ist die: Das höchste Amt der Kirche,
Die über diesen Erdkreis ohne Schranken,
Für alle Zeiten, alle Menschenkinder,
Als die katholische, die allgemeine,
Die Hallen wölbt auf der Apostel Säulen,
Die sicher ans dein Grundstein Petri ruh'», —
Es ward durch Christi nnzweidentig WortNur diesem Simon Petrus übertragen,
Dem Felsen, drauf die Eine Kirche steht,lliid nimmermehr kann sterbliche GewaltIn diesem einen hehren Dom des HeilsEin Kirchlein bauen, drin ein ird'scher KönigZugleich die Krone mit der Mitra trüge."
Als Morus dann aus der Gerichtshalle trat, warfsich ihm sein Sohn John zu Füßen und bat um denväterlichen Segen. Beim Tower-Quai erwartete ihn seineTochter Margaretha, drängte sich eilig durch die Mengeund die bewaffneten Truppen, umarinte und küßte ihrenVater unter einem Strome von Thränen. Am viertenTage nach seiner Verurtheiluug schrieb er an dieselbenoch einen Brief mit Kohle, da man ihn: alle Schreib-materialien und Bücher weggenommen hatte. Er danktdarin seiner geliebten Tochter für ihre große Liebe, er-theilt allen Angehörigen den Segen und schließt mit denWorten: „Leb wohl, mein theures Kind, und bete fürmich, wie ich es für dich thue, sowie für alle Freunde,auf daß wir einander fröhlich im Himmel wiedersehen."Die noch übrige Zeit seines Erdenlebens brachte Mornsim Gebete zu. Als sein Freund Thomas Pope am6. Juli 1535 ihm den Befehl des Königs überbrachte,daß er noch an demselben Tage hingerichtet werden solle,dankte er herzlich und tröstete Pope, der unter heftigenThränen von ihm Abschied nahm.
Ungefähr um 9 Uhr Morgens ward Thomas ausdem Tower geführt. Er trug seinen Bart nngewöhn-licherweise sehr lang, sein Gesicht war abgemagert und