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die protestantischen Kantone aufzuhetzen, indem man aufjede Weise das Wirken der Jesuiten als ein verderblichesdarzustellen sich bemühte. Allein Luzern erklärte, die Je-suiten nicht zu entlassen, wenn nicht Aargau die Klösterwieder einsetze. Da sammelten sich aus verschiedenen Kan-tonen sogenannte Freischaaren und drangen, wohlbewaffnet, 7000 Mann stark, den 31. März 1845 bisvor Luzern, wo General Sounenberg, von den Un-terwaldnern, Urnern und Zugern unterstützt, sie amandern: Morgen schlug. Manche fielen, 2000 wurdengefangen und ihre Kanonen fast alle auf der Flucht beiNacht, im Dorfe Malters voi: einen: Luzerner Hinterhalterbeutet.
In der Nacht von: 19. auf den 20. Juli wurde derbiedere Volksmann Großrath Joseph Leu von Ebersollmeuchlings in seinem Bette erschossen. Hiedurch erschreckt,schlössen die sieben katholischen Kantone, Luzern, Uri,Schwyz, Unterwalden, Zng, Freiburg und Wallis, zurWahrung ihrer staatlichen und kirchlichen Rechte ein Bünd-uiß (11. Dezember 1845j, welches von den GegnernSonderbund genannt wurde. Dagegen erlangten dieFreisinnigen (Radikalen) in Zürich, Genf und St. Gallenwieder die Oberhand und so die Stimmenmehrheit aufder Tagsatzung, welche sofort die Entfernung der Jesui-ten und die Auflösung des Sonderbundes verlangte undauf Weigerung der sieben Kantone beschloß, ihn mit Waf-fengewalt aufzulösen. Der alte Genfer General Düfourerhielt von der Tagsatznng die Oberleitung der 100,000Mann starken Armee. Au der Spitze der Sonderbunds-truppen stand Oberst Johann Ulrich von Salis-Soglio; sein Hauptquartier war in Luzern. Die ka-tholischen Truppen unterlagen, Sigwart Müller, da-mals der Chef der Luzerner Regierung, entfloh mit denHäuptern der katholischen Partei nach Italien. DieSieger forderten eine große Sunnne als Kriegsentschädi-