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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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Gefangenschaft heimgekehrt, so stellte er den Jesuitenordenwieder her. Die bald hierauf gegründeten Jesuitenkolle-gien in Wallis und Freiburg wurden außerordent-lich zahlreich besucht, nran zählte in Freiburg einmal 700Zöglinge.

Doch da kamen die unheilvollen Julitage des Jahres1830, wo der Sturz des französischen Königs Karl X.wie ein Blitzstrahl die meisten Länder Europa's berührte.Fast überall regte sich jetzt ein ähnlicher Geist. In derSchweiz war die Bewegung so groß, daß in zwölf Kan-tonen die Regierungen gestürzt wurden. Trotz der ern-stesten Venlühungen des katholischen Volkes, des Papstesund einzelner Kantonalstände ging die in Bern beschlos-sene rückhaltlose Handhabung des staatlichenPlacet (Genehmigung) über alle Erlasse des Pap-stes und der Bischöfe, die Einrichtung und Be-aufsichtigung der theologischen Lehranstaltenund geistlichen Seminarien, unbedingtes Auf-sichtsrecht über die Klöster und ähnliche josephi-nische Gewaltthätigkeiten in die Kantonal-Verfas-sungen über. Das war die Drachensaat, aus der dieblutige Zukunft der katholischen Kantone aufwuchs; die be-dauernsmertheste Verkümmerung der Glaubens- und Ge-wissensfreiheit wurde das Erbe der Schweiz bis zur Stunde.Am 20. Jaimar 1841 wurden im Aargau sämmtliche Klö-ster mit einem Schlage aufgehoben. Umsonst erhoben sichdagegen auf mehrern Tagsatzungen die katholischen Kan-tone, unterstützt von den reformirte» Mitständen Renen-burg, Basel-Stadt, Zürich und Genf. Wo nran damals dieKlöster noch nicht aufheben konnte, erschwerte man derenFortbestand durch das Verbot der Novizenaufnahme, wieim Thurgau und bei der Benediktinerabtei Nheinau.

Inzwischen hatte Luzern, dessen Regierung 1840 wie-der konservativ war, die Jesuiten zur Leitung seinesGymnasiums berufen. Gegen diesen Entscheid suchte man