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Deutsches Sprachbuch für die zweite Klasse der Sekundar- und Bezirksschulen auf Grundlage des zürcherischen Lehrplans und mit Berücksichtigung der obligatorischen Orthographie / bearb. von U. Wiesendanger
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er aufstellt lind vergnügt lächelt, das habe er nicht; er hoffe es aber immernoch und habe sich nur vorläufig erkundigen wollen. Verdruss des Goldschmieds.

(Falkmann.)

5. Die Rettung.

Mehrere Knaben gehen aufs Eis. Dasselbe bricht an einer Stelle, wo sicheine Quelle befindet. Einer der Knaben versinkt, die andern holen schnell eineReiter, legen sie auf das Eis und ziehen den Verunglückten noch rechtzeitigheraus.

6. Belohnung der Ehrlichkeit.

Im Alptale (Kt. Schwyz) lebte eine arme Witwe mit ihren vier Kindern.Sie wurde krank. Not der armen Leute. Eines Tages ging ein Reisender vorbei.Er verlor sein Portemonnaie mit etwa 60 Franken. Der älteste Knabe der Witwefand es. Rat eines Nachbarn, das Geld zu behalten. Die kranke Frau schickteeinen andern Nachbar dem Reisenden nach Schwyz nach. Dieser war reich, schicktedie 60 Franken zurück, kam im nächsten Jahr wieder, versorgte den ältestenKnaben bei einem Handwerker in Einsiedeln und beschenkte die übrigen Kinder.

7. Die wunderbare Rettung.

Am 25. September 1714 stürzte eine der vier Bergspitzen der Diabieretsin das südlich gelegene Chevilletal. Ein Mann aus dem Dorfe Aven war inseiner an eine Felswand gelehnten Sennhütte, als ein losgerissenes, grosses Fels-stück sich' schief über seine Hütte an die Felswand lehnte. Donner des nach-folgenden Bergsturzes. Einige Käse schützten ihn vor dem Hungertod; ein ver-lorener Wasserfaden löschte seinen Durst. Er arbeitete drei Monate lang aneinem Auswege. Am Weihnachtsabend erschien er, blass, abgezehrt, nur miteinigen Lumpen bekleidet, vor seinem Hause. Seine Frau und seine Kinderschlössen ihm die Türe; man hielt ihn für ein Gespenst. Der Pfarrer sollteden Geist exorzisiren. Dieser überzeugte die Leute von der wunderbaren Rettungdes Totgeglaubten.

8. List einer Frau.

Während des Schwabenkrieges wollte im Juli 1499 eine kaiserliche Heeres-abteilung das Engadin aufs neue überfallen. Sie drang bis Schieins vor. Ineinem Hause beim Eingang ins Dorf fanden die fremden Soldaten eine alte Fraudamit beschäftigt, ein Totenmal zu kochen. Sie fragten die Frau, für wen siekoche. Diese antwortete, das nämliche geschehe in allen Häusern des Dorfes,weil man die Eidgenossen erwarte. Flucht der Kaiserlichen. Die Männer desDorfes kamen aus der Kirche, jagten den Fliehenden nach und erschlugen47 Mann.

9. Die Folgen der Lüge.

Heinrich, der gern prahlte, erzählte, sein Vater habe einen grossen, mitGeld gefüllten Topf in dem Keller vergraben. Hierdurch gelockt, brachen Diebein das Haus ein und verlangten das Geld. Der Vater wurde von ihnen furchtbarmisshandelt. Heinrichs Kummer und schmerzliche Reue. (Ritscrt.)

10. Unglücklicher Ausgang einer Wette.

Mehrere Engländer sassen eines Abends in einem Gasthofe zu Bern. Einervon ihnen ging die Wette ein, er wolle in der stocklinstern Nacht auf der Um-