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betrüben, wenn Sie’s nicht täten. Gfrüssen Sie unsere Freundeund Nachbarn von Ihrem einzigen SohnOttendorf, im Herbst 1778.
J. H. Yoss.
Ä. Klopstock an seine Litern.
Kopenhagen, den 4. September 1756.
Ich habe Ihnen, geliebteste Eltern! die Zeit meiner Ab-reise von Hamburg deshalb nicht gemeldet, weil ich Ihnen dieUnruhe, uns auf der See zu wissen, ersparen und Ihnen lieberunsere Ankunft schreiben wollte. Wir reisten am Montag inaller Frühe von Hamburg und hatten zwar das schönste Wetter,das man haben kann, wurden aber auf dem Wege nach Lübeck,welcher, wie ich glaube, der schlechteste im ganzen heiligenrömischen Reiche ist, sehr gerüttelt und gestossen und ver-loren auch dadurch einige sehr sorglich eingepackte Flaschenguten Wein. Wir kamen gegen Abend in Lübeck an. UnserKorrespondent hatte schon einen Wagen nach Travemündebestellt. Wir packten um und reisten sogleich weiter. — Eswar schon dunkel, und wir hatten den dümmsten Bauer zumFuhrmann, der einen ehrlichen Mann fahren kann. Nach einerhalben Stunde hatten wir uns im Walde verirrt. Wir hörtenin der Nähe Hunde bellen und schickten den Bauer mit seinemSattelpferde dahin. Er brachte uns eine Frau zurück, die unssagte, dass wir auf dem rechten Wege wären, und wir waren’sauch und nur zwei Kanonenschüsse von der Trave. Wir freutenuns im Anfang sehr, dass die Schiffer auf unser Rufen sogleichantworteten; allein wir merkten bald, dass es ein sehr schönesEcho war. Nachdem sich mein Diener und der Fuhrmannwechselweise müde gerufen hatten, entschloss ich mich, denBauer mit einem Pferde wieder auszuschicken, irgendwo amWasser ein Fischerhaus zu suchen. Ich hatte wegen seinerDummheit fast keine Hoffnung, dass er einen Fischer findenwürde; allein nach zwei Stunden brachte er doch einen. Derfuhr hinüber, weckte die Fährleute, und wir kamen hinüber.Wir gelangten um drei Uhr (das war die Zeit, die der Schifferzu seiner Abreise festgesetzt hatte) endlich in Travemünde an.Ich holte den Schiffer aus seiner Kajüte; wir luden ins Schiff