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begann man unter der geschickten Leitung des IngenieursVenez einen Stollen durch das Eis zu treiben. Der gewonneneAbfluss senkte den See in bedeutendem Masse; allein das überden Eisdamm von beträchtlicher Höhe herunterstürzende Wasserspühlte die weiche Erde am Fusse desselben weg. Der hie-durch veranlasste stärkere Sturz wirkte rückwärts auf dasunter dem Gletscher liegende Erdreich. Ganze Teile desGletscherdammes und des Stollens brachen zusammen, undnach Verfluss von 60 Stunden, nachdem der Stollen angebrachtwar, am 18. Juni nachmittags um halb vier Uhr wich derDamm auf der Mittagsseite dem Druck des Wassers. Mit un-geheurer Kraft drangen die losgebundenen Gewässer hervorund rissen mächtige Eisblöcke, Erde und Geschiebe mit sichweg. In seinem fortgesetzten Sturze glich der verderbendeStrom einem Bergfall. Man erkannte die Gewässer nicht mehr,sondern Felsen, Eismassen, ganze Lagen von Baumstämmen,Trümmer von Häusern und Scheunen, Schutt jeder Art wälztensich tobend und immer zerstörender neun Stunden weit zwi-schen den Bergen herab in die Ebene des Ehodans, und bisau den Genfersee war seine Oberfläche damit bedeckt. In einerVerengung wurden selbst anstossende Felsschichten von dieserblut fortgerissen und weggetragen, und es ist leicht zu er-mes sen, dass die Verheerung noch weit schrecklicher gewesensein würde, wenn der See in seiner ganzen Tiefe und Aus-dehnung ausgebrochen oder noch höher angeschwollen wäre.Vierunddreissig Menschen verloren das Leben; mehr als fünf-hundert grössere und kleinere Gebäude, alle Brücken undDämme des Flusses wurden zerstört, die Erde der umliegen-den Ländereien weggespühlt und zum Teil um Martigny herwieder angelegt. Man berechnete den verursachten Schadenauf 1,109,759 Franken, zu dessen Linderung die milden Bei-träge der Miteidgenossen und des Auslandes, vornehmlich dieder Engländer, wesentlich beitrugen.
Noch mussten Vorkehrungen getroffen werden, um dieWiederholung des unglücklichen Ereignisses zu verhüten.Escher von der Linth hielt dafür, dass man das Tal nur da-durch vor ähnlichem Unglück schützen könne, dass man demGletscher gegenüber eine 600 m lange Galerie durch dasGebirge baue. Er schloss seinen Bericht über diesen Gegen-