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Hörner, und von da aus ging’s rasch wieder dem Schwarren-hach ZU. (Aus den „Berg- und Gletscherfahrten“.)
16. Das Hosfiitz auf dem §t. Bernhard.
Von St. Pierre, dem letzten wallisischen Dorfe auf derStrasse, die über den grossen St. Bernhard nach Italien führt,steigt man drei Stunden bis zum Kloster. Mit der Morgenrötebegab ich mich auf den Marsch. Kickt fern von der Brückewird man von einem Felsen überrascht, welcher in Obelisken-form aus den Fluten der in finsterer Tiefe brausenden Dransesich erhebt. Ihn umkleidete gleich einem Königsmantel daspurpurfarbige Rhododendron, und ein Kreuz auf seinem ab-gerundeten Gipfel vollendete das Romantische des Anblicks.Eines der lieblichsten und sinnvollsten Gemmenbilder, diejemals einer dichterischen Künstlerphantasie vielleicht vor-schwebten, malte sich einige Schritte weiter mit unvergleich-lichen Farben in meiner Seele: Der schöne BergschmetterlingApollo mit den rubinäugigen Flügeln sass auf der lasurblauenUrne der grossen Gentiane. Lange schien er die prächtig?Blume zu liebkosen, bis ein Lufthauch ihn emporscheuchte:Psyche entschwebte dem Aschenkruge. Von Minute zu Minutenahm nun die Gegend einen rauheren und grausenvollernCharakter an. Längst schattete kein Baumgipfel mehr, undder mit den zartgefransten Ametystglöckchen der Soldanellegeschmückte Rasen verlor sich bald unter einer unabsehbarenSchneefläche. Koch wechselte der sanfte Gesang der Alpen'lerche mit dem gellenden Pfeifen der Gemsen. Aber auchdiese Töne verhallten, und bis zum Kloster vernahm nun lDdieser furchtbaren Einsamkeit das Ohr keinen andern Lautmehr als den fernen Donner einer Lawine. Hier ist es,nicht selten Reisende im Schneegestöber umkommen und vonLawinen begraben werden, und wo die Chorherren, diese Hei'den der Menschenliebe, mit Hilfe ihrer Hunde und Sondrf'Stangen schon so viele solcher Unglücklichen entdeckten nnäwieder ins Leben riefen. Das mühvolle Arbeiten im Schneeerschöpfte zuletzt meine Kräfte. Schon ersah ich mir einenbemoosten Steinblock zum Rasten, als das Läuten der Klosterglocke, welches dumpf aus einem wilden Geklüft herabhaUt e )plötzlich des Wanderers Mut und Stärke wieder neu belebte-