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Deutsches Sprachbuch für die zweite Klasse der Sekundar- und Bezirksschulen auf Grundlage des zürcherischen Lehrplans und mit Berücksichtigung der obligatorischen Orthographie / bearb. von U. Wiesendanger
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Weg war gleich von ansang an sehr rauh. Es ging die Wändehinan, die steil zur zweiten Terrasse hinaufführen. Dieselbensind zwar Nasenwände; aber der Rasen ist so kurz und hartund von Eelsenmassen durchzogen, dass die Bergsteiger vor-zogen, teilweise durch Runsen hinaufzuklettern, wobei dann eineMasse von Steinen in die Tiefe stürzte. An vielen Stellenbetrug die Steigung der zu erkletternden Höhen 45°. Endlichkamen sie nach einem äusserst beschwerlichen Marsche an denEand des Gletschers, an dessen anderm Ende die Felswanddes Yrenelisgärtli sich glatt und senkrecht wohl 600 m hocherhebt. Hart am Eande des Gletschers trafen sie auf eineMasse von Versteinerungen, eine ganze Austernbank, dereneinzelne Stücke aber mit dem Kalkfelsen ganz verwachsenwaren. Der Firn war noch hart; am Fusse des Gletscher-absturzes zog sich ein breiter Schrund hin, und auch weiteroben zeigten sich Schründe. Die vier Männer banden sichdaher aus Seil, und auf eingehauenen Stufen gelangten sieglücklich über Firn und Gletscher hinauf bis zu einer Stelle,wo die Felswand des Vrenelisgärtli nur etwa 300 m Höhe hat.

Wand war schneefrei, unten ganz glatt. Der Führer Madutzwusste sich daher nicht mehr zurechtzufinden, obgleich er 1848mit Herrn Antiquar Sigfried von Zürich und einem Gemsjägerauch auf dem Vrenelisgärtli gewesen war. Glücklicherweisetrafen die Bergsteiger sogleich eine Stelle, wo der Übergangvon dem Schnee auf die Felswand leicht zu bewerkstelligenwar. Gleich daneben war der Schnee am Felsen ziemlich weg-geschmolzen, so dass da sich zwischen Firn und Felswandeine Kluft öffnete, die mehr als 100m Tiefe hatte und alsgähnendes Grab zu ihnen aufschaute. Zuerst ging es eine Runsehinauf, nachdem sie sich wieder vorn Seile losgebunden hatten.Sie mussten darauf sehen, immer feste Steinmassen mit denHänden zu ergreifen, um sich über die Vorsprünge der Wandhinaufzuschwingen. So ging es ohne Ruhepunkt aufwärts; dieWand stieg ziemlich gleichmässig ohne Absätze an und mochtevorn Lotrechten nicht weit entfernt sein. Doch war sie soverwittert, dass die kühnen Steiger allenthalben Stellen fürHände und Füsse fanden; nur musste man vorerst die Felsenprüfen, oh sie nicht beim Anfassen weichen wollten, und denBergstock meistens seitwärts stehen lassen, um ihn dann wieder