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Deutsches Sprachbuch für die zweite Klasse der Sekundar- und Bezirksschulen auf Grundlage des zürcherischen Lehrplans und mit Berücksichtigung der obligatorischen Orthographie / bearb. von U. Wiesendanger
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sahen. Jetzt stiegen hie und da Nebel auf, welche zum Rück-züge mahnten. Es war jetzt 11 Uhr. Zuerst ging's wiederzurück über das scharfkantige Geröll. Da bewegte sich allesunter ihren Füssen. Jetzt mussten sie die fast lotrechte Fels-wand hinuntersteigen. Es ging da rückwärts; jedem der HerrenUlrich und Studer stieg ein Führer voran, um ihm jedesmal■die Stelle zu weisen, wo er gefahrlos den Fuss absetzen konnte.Hier war vor allem aus wichtig, für die Hände feste Halt-punkte zu haben. Oft täuschte man sich und fasste einen Stein,der weichen wollte. Die Stelle der Wand, die sie zum Hinab-steigen gewählt, war in der Beziehung besser, dass sie nichtununterbrochen sich herahsenkte, sondern von einigen Blankenunterbrochen war, von welchen aus sie aber immer nur in dieleere Luft blickten, da unterhalb derselben ganz steile Fels-sätze sich abwärts zogen. Ungefähr in der Mitte der Wandbot sich sogar ein Ruliepunkt dar. Von da konnten sie aufden Gletscher hinunterblicken; aber es schien, wie wenn dieWand sich bis dahinunter allenthalben glatt und lotrecht ab-senke. Die Führer mussten rekognosziren, kamen aber mitunbefriedigenden Berichten zurück. Es ging nun auf Gerate-wohl abwärts. Bald aber durften sie der Schlüpfrigkeit desGesteins wegen nicht weiter, sondern mussten wieder auf dieBlanke zurückkehren. Jetzt verfolgten sie eine Runse. HerrUlrich war mit Madutz voraus. Sie kamen zu einem Felsabsatz,wo die Yorsprünge ziemlich weit von einander entfernt waren.Herr Ulrich presste das linke Knie zusammen, um rückwärtsdem rechten Fusse den untern Yorsprung zu erreichen.Auf einmal fühlte er, dass das Knieband nachgab und teilweiseHss; doch in diesem Augenblicke hatte er den untern Punkterreicht. Er konnte vorerst mit dem linken Fuss nicht auf-treten, da wahrscheinlich zugleich eine etwelche Verdrehungder Kniescheibe hinzugekommen war; als es aber ein paarmal in dem Knie knackte, konnte er den Fuss absetzen, spürteüber tüchtige Schmerzen. Er glaubte zuerst, er könne nichtmehr weiter gehen; doch machte sich die Sache bald, undunter Schmerzen ging’s weiter abwärts. Endlich näherte sichder Gletscher, und glücklicherweise hatten sie eine Stellegetroffen, wo sie durch eine Runse ganz leicht den Schneebetreten konnten. Es war 2 Uhr. Auf dem Gletscher banden