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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 3. Teil (zweite Hälfte) / Neueste Geschichte bis zur Gegenwart
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den Frieden. Oesterreich mußte die Franzosen im Besitze Belgiens unddes linken Rheinufers anerkennen und die Lombardei zur Bildung einercisalpinischenRepublik abtreten. Doch wurde es für seine Verlustedurch Ueberlassung der Republik Venedig entschädigt, deren Vernich-tung ein würdiges Seitenstück zur Teilung Polens bildete. Venedighatte sich neutral erklärt, aber nichts getan, um die Neutralität seines ^Gebiets zu schützen. Dieses wurde daher zuerst von Bonaparte, dannauch von den Oesterreichern nach Belieben verletzt. Ein Aufstand, dendie Zügellosigkeit der französischen Besatzung in Verona hervorrief, botBonaparte den erwünschten Vorwand, der Republik den Krieg zu er-klären. Ohne Widerstand zu finden, bemächtigte er sich Venedigs, undnachdem er dessen Schiffe und Waffenvorräte weggenommen, seineGelder und Kunstschätze geplündert, überlieferte er es den Oesterreichern.

Dies war übrigens nur die Krone von einem unerhörten Raub- undPlünderungssystem, das er im Einverständnis mit dem Direktoriumin Italien ins Werk gesetzt hatte. Nicht nur mutzten die besetztenLänder seine Soldaten erhalten und gewaltige Geldkontributionenbezahlen, sogar ihre Kunstwerke und wissenschaftlichen Instrumente,sowie Massen von Rohstoffen und Fabrikaten wanderten nach Paris,wo man alles brauchen konnte. *) Dahin war es mit der republika-nischen Begeisterung der Franzosen gekommen.

17. Staatsstreich vom 18. Fructidor (I.Sept. 1797). Diehelvetische und römische Republik (1798). — Die Schreckenszeithatte in Frankreich alle Achtung vor Gesetz und Recht ertötet, unterden Regierenden wie unter den Regierten. Als sich Mitglieder derbeiden Räte und zwei Direktoren, darunter Carnot, gegen die räube-rische Art erhoben, womit Bonaparte in Italien, namentlich gegenVenedig, verfuhr, entledigten sich die drei übrigen Direktoren auf sein *

*) Nachdem auch der Papst den Frieden mit Gebietsabtretungen, 30 Mil-lionen Franken, 100 Gemälden und 500 Manuskripten erkauft hatte, schriebBonaparte: „Mit dem, was man aus Rom schicken wird, haben wir alles,was es Schönes in Italien gibt, mit Ausnahme einer geringen Anzahl vonGegenständen in Turin und Neapel." Und gleichzeitig kündigte er sich in Italienin pomphaften Proklamationen als Bringer der Freiheit an!