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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 3. Teil (zweite Hälfte) / Neueste Geschichte bis zur Gegenwart
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der Staatskassen die Mittel zu dem Feldzug zu beschaffen, wurden imFrühjahr 1798 zwei große Raubzüge unternommen, durch welchezugleich die Zahl der von Frankreich abhängigen Vasallenstaaten ver-mehrt werden sollte. Das eine Opfer war Rom, wo ein französischerGeneral ermordet worden war. Papst Pius VI., der umsonst allemögliche Genugtuung anbot und nicht den geringsten Widerstandleistete, wurde seiner weltlichen Herrschaft beraubt, gefangen nachFrankreich geschleppt, wo er starb, und der Kirchenstaat in einerömische Republik umgewandelt. Die Römer mußten ihren Be-freiern 36 Millionen Franken bezahlen und Stadt und Land erlittendie ärgste Plünderung. — Der andere Zug ging gegen die Schweiz,deren Alpenpässe Bonaparte für die Behauptung der französischenHerrschaft in Italien für unentbehrlich hielt, während ihre Staats-schätze die Habgier der französischen Machthaber reizten. Die Un-zufriedenheit des Volkes mit der Verfassung, die seit dem 17. Jahr-hundert in den wichtigsten Kantonen einen aristokratischen Charakterangenommen hatte, kam ihnen entgegen. Im Einverständnis mit denWaadtländern, die der Herrschaft Berns den Fluch der fremdenBajonette vorzogen, rückten die Franzosen im Januar 1798 über dieGrenze, bewirkten durch die feierliche Ankündigung, daß sie nur kämen,um die „Söhne Dells" vom Joch ihrer Aristokraten zu befreien, eineallgemeine Revolution in der Schweiz und machten diese dadurchwehrlos. Nur Bern wahrte durch tapfern Widerstand die Ehre derEidgenossenschaft. Dafür wurde die Stadt ihres zirka 25 Millionenbetragenden Staatsschatzes, aller ihrer Waffen und Vorräte beraubt.Hernach wurden auch in den übrigen Kantonen die öffentlichen Kassen,Zeughäuser und Magazine geleert und den Hauptstädten eine Kriegs-steuer von 15 Millionen auferlegt. Zugleich wurde der Eidgenossen-schaft eine neue Verfassung, die sie in einen Einheitsstaat nach fran-zösischem Muster unter dem Namen der helvetischen Republik ver-ivandelte,aufgezwungenunddiewiderstrebendenUrschweizerinblutigenKämpfen niedergeworfen. Wie alle Vasallenstaaten Frankreichs, mußteLie Schweiz ein starkes französisches Heer auf ihrem Boden ernähren, dasfür ihre Unterwürfigkeit unter den Willen der Pariser Machthaber sorgte.