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Knäblein gebar, empfing es in der Wiege den Namen des Königsvon Rom. — Kein Land hatte so schwer durch die Verkettung mitFrankreich gelitten, wie Holland, das seinen Seehandel und seineKolonien an England verloren hatte. Als nun König Ludwig dasUnglück seiner Untertanen etwas zu mildern suchte, indem er in Bezug> auf die Kontinentalsperre ein Auge zudrückte, überhäufte ihn Napoleon
mit Schmähungen, nötigte ihn zur Abdankung und schlug Holland als»Anschwemmung französischer Flüsse" zu Frankreich. Bald darauffügte er die deutsche Meeresküste bis nach Lübeck, sowie das Wallishinzu, »da die Engländer das öffentliche Recht Europas zerstört hättenund eine neue Ordnung der Dinge das Weltall regiere." In Ham-burg wie in Amsterdam und Rom saßen jetzt französische Präfekten.
10. Wellington und Mass6na (1811). — Aber das Gerichtüber den Gewaltigen nahte mit schnellen Schritten. Umsonst hatte erseine geschicktesten Marschälle, Soult, Ney u. a., mit 250,000 Mannin der Pyrenäenhalbinsel gelassen; der selbstsüchtige Ehrgeiz, den eran Stelle der Vaterlandsliebe gepflanzt hatte, bewirkte, daß jeder dieserglänzenden Kriegsführer auf den andern eifersüchtig war, weshalb siesich nicht gehörig unterstützten. An Wellesley, der für seine Taten inSpanien zum Herzog von Wellington erhoben wurde, hatten sieüberdies einen Gegner, der eiserne Willenskraft mit genialem Scharf-blick verband. Um für alle Fälle einen festen Stützpunkt zu haben»verwandelte Wellington mit Hilfe der Portugiesen die Halbinsel, welchedie Mündung des Tajo mit dem Meere bildet und auf der Lissabonliegt, in eine gewaltige Festung. Endlich schickte Napoleon gegen ihnseinen besten Feldherrn, Mass6na. Dieser trieb Wellington vor sich^ her; aber wer beschreibt seine Bestürzung, als ihm plötzlich beiTorres
Vedra (nördlich von Lissabon) die Kanonen von unbezwinglichenFestungswerken entgegenstarrten, von denen er keine Ahnung gehabthatte; denn so groß war der Haß der Portugiesen, daß, obgleich einJahr lang daran gearbeitet worden war, kein Laut davon zu denFranzosen gedrungen war. Es blieb Massöna nichts übrig, als sichzurückzuziehen, da ihn die übrigen Generäle nicht unterstützten, undNapoleon hätte nunmehr erkennen können, daß es seiner ganzen Kraft