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bedurfte, um die Halbinsel zu unterwerfen. Aber schon sann sein Geistauf eine ungeheure Unternehmung, welche ihn zum Herrn der Welterheben sollte.
11. Napoleon in Rußland (1812). — Schon längst war die„Freundschaft* zwischen den Beherrschern West- und Osteuropas er-kaltet. Alexander I. hatte sich entschieden geweigert, die Verschärfungender Kontinentalsperre in Rußland einzuführen; dafür hatte Napoleonseinem Onkel, dem Herzog von Oldenburg, ohne weiteres sein Landweggenommen, was einer Kriegserklärung gleichkam. Beide Teilerüsteten aus Kräften. Napoleon sammelte im Osten Deutschlands einHeer, so ungeheuer und buntgemischt, wie es die Welt seit Terxes Tagennie mehr gesehen: Franzosen, Rheinbündler, Schweizer, Holländer,Polen, Italiener, Jllyrier, Spanier und Portugiesen; dazu kamen einpreußisches und ein österreichisches Hilfskorps; im ganzen eine Massevon 440,000 Mann mit 140,000 Pferden und 1300 Kanonen. Un-ermeßliche Vorräte von Lebensmitteln und Kriegsbedarf wurden fürihren Unterhalt angehäuft. Im Juni 1812 überschritt der Kaiser denNjemen bei Kowno mit der Hauptarmee; gleichzeitig sollte eine Nord-armee, bei der die Preußen sich befanden, gegen Riga und eine Süd-armee, hauptsächlich aus Österreichern bestehend, von den Karpathenaus vorrücken. Die Russen, welche an Zahl dem Feinde bei weitemnicht gewachsen waren, wichen ohne Kampf zurück und Napoleon konnteungehindert in das Innere des weiten Reiches eindringen. Dennochschmolz sein Heer mit entsetzlicher Schnelligkeit zusammen infolge desMangels an Lebensmitteln, der sich trotz aller Fürsorge in dem öden,unwegsamen Lande einstellte, der drückenden Hitze, der anstrengendenMärsche, der Seuchen und Krankheiten aller Art, welche Menschenund Tiere zu Tausenden dahinrafften. Daher bildete sich unter denrussischen Heerführern die Ansicht, es sei vorteilhaft, den Feind immerweiter hineinzulocken und durch planmäßige Verwüstung des Landesseine Schwierigkeiten zu vermehren. Selbst Smolensk, die letztegrößere Stadt vor Moskau, ließen sie nach kurzem Gefecht ohne eigent-liche Schlacht in seinen Händen, freilich nur als Aschenhaufen. Alsjedoch Napoleon dem heiligen Moskau immer näher rückte, da zwang