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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 3. Teil (zweite Hälfte) / Neueste Geschichte bis zur Gegenwart
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furchtbare Erbitterung, tausend Barrikaden erhoben sich in der Nacht,und die Entthronung Louis Philipps wurde das Losungswort derAufständischen. Vor der steigenden Revolutionsslut verlorLouisPhilippdie Besinnung. Ohne einen ernstlichen Versuch zur Behauptung seinesThrones zu machen, ließ er sich bewegen, zu Gunsten seines Enkelsabzudanken und floh mutlos aus der Stadt. Damit war die Mon-archie selbst gefallen. Die Aufständischen drangen, nachdem sie dasTuilerienschloh verwüstet, in den Saal der Deputiertenkammer undzwangen diese, eine provisorische Regierung zu ernennen, deren HauptLamartine wurde und die alsbald die Republik proklamierte.Keine Hand rührte sich mehr zu Gunsten der Orleans, und es bliebdiesen nichts übrig, als nach dem Beispiel der Bourbonen nach Englandzu fliehen.

5. Die Märzrevolution in Deutschland. — Wie ein Blitz-strahl schlug die Kunde von der „Februarrevolution" in Paris inDeutschland ein und setzte auch hier die Geister in Feuer und Flammen.Die kleinern deutschen Fürsten beeilten sich, der Revolution durch Ge-währung der Preßfreiheit, Errichtung von Bürgergarden und anderevolkstümlicheZugeständnisse, sowie durch Berufung freisinniger Ministerzuvorzukommen. In Bayern dankte der kunstsinnige, aber launen-hafte Ludwig I. zu Gunsten seines Sohnes ab. Diesmal rüttelte aberder Sturm an den festesten Säulen des Absolutismus. Am 13. Märzrissen die Studenten Wien zu einem Aufstand hin, durch welchenMetternich gestürzt und dem Kaiser Ferdinand die Zusage ab-genötigt wurde, daß eine Reichsversammlung zur Entwerfung einer Kon-stitution einberufen werden sollte. Metternich mußte sein Heil vor derVolkswut in der Flucht nach England suchen. — In Preußen hatteFriedrich Wilhelm IV. (1840 — 1861) schon 1847 einigermaßenmit der absolutistischen Regierungsweise gebrochen, indem er Ab-geordnete der verschiedenen Stände unter dem Titel eines vereinigtenLandtages einberufen hatte. Aber ein konstitutioneller König wollteer doch deswegen weder sein noch heißen. Kein Blatt Papier, sagte er,solle sich zwischen ihn und sein Volk drängen; der Landtag sollte ihmgute Räte geben und Bitten an ihn richten dürfen, aber vom Ermessen